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MISSBRAUCH: Verfahren gegen Jürg Jegge eingestellt

Der ehemalige Schweizer Musterpädagoge Jürg Jegge ist vor gut einem Jahr wegen Kindesmissbrauchs in die Schlagzeilen gekommen. Nun hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn eingestellt. Grund: Die Fälle sind verjährt.
Der Reformpädagoge Jürg Jegge hatte sexuelle Kontakte zu seinen Schülern. (Bild: PD)

Der Reformpädagoge Jürg Jegge hatte sexuelle Kontakte zu seinen Schülern. (Bild: PD)

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat die Untersuchung gegen den bekannten Reformpädagogen Jürg Jegge eingestellt. Sein ehemaliger Schüler Markus Zangger hatte in seinem Buch ‹Jürg Jegges dunkle Seite› im Frühling 2017 publik gemacht, dass er und weitere Schüler von Jegge über Jahre hinweg sexuell missbraucht worden waren. Laut Einstellungsverfügung seien alle bekannten Fälle verjährt, teilt der Wörterseh Verlag, der Markus Zanggers Buch herausgab, nun mit.

Der Staatsanwalt schreibt, Jegge habe in Fernsehinterviews sexuelle Kontakte mit seinen Schülern zwischen 1972 und 1986 zugegeben. Da der Verdacht bestanden habe, dass der Lehrer auch später noch sexuelle Handlungen mit Kindern oder Jugendlichen vorgenommen haben könnte, habe die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich am 7. April 2017 ein Vorabklärungsverfahren eingeleitet, heisst es in der Einstellungsverfügung. Es habe ein hinreichender Tatverdacht bestanden, weil Jürg Jegge Kontakt zu zahlreichen Jugendlichen in der Stiftung Märtplatz in Freienstein gehabt und diese auch betreut habe.

Der Staatsanwalt führte deshalb am 11. April 2017 eine Hausdurchsuchung bei Jürg Jegge im Zürcher Unterland durch, die jedoch keine Hinweise auf weitere sexuelle Handlungen mit Minderjährigen erbracht hätten, führt die Staatsanwaltschaft aus.

Bei der Befragung vom 13. April 2017 habe Jürg Jegge die sexuellen Kontakte zwischen ihm und Markus Zangger sowie weiteren Schülern bestätigt. Es seien, habe er ausgesagt, aber weniger als zehn gewesen. An die Namen könne er sich nicht mehr erinnern. Nach 1985 sei es aber nicht zu weiteren sexuellen Handlungen mit Kindern gekommen. Laut Staatsanwalt sind alle allfälligen Delikte, die vor dem 30. September 1992 vorgenommen worden waren, verjährt.

Weiter hat der Staatsanwalt 18 männliche Personen ermittelt, die nach diesem Datum noch minderjährig waren und im Märtplatz eine Ausbildung absolviert hatten. Diese bestätigten jedoch, dass es zu keinen sexuellen Handlungen mit Jürg Jegge gekommen sei, heisst es in der Einstellungsverfügung. Auch ein Aufruf in den Medien sei ergebnislos verlaufen, heisst es in der Mitteilung des Verlags weiter.

Der Staatsanwalt auferlegte Jegge die Verfahrenskosten von rund 4400 Franken. Indem Jegge die sexuellen Handlungen mit mehreren Minderjährigen gestanden habe, sei klar, dass er die Persönlichkeit seiner ehemaligen Schüler nach Art. 28 ZGB (körperliche Integrität) verletzt habe. Dabei spiele es keine Rolle, dass die Vorfälle verjährt seien, schreibt der Staatsanwalt.

(pd/lim)

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