Bundesratswahl
Mit diesen zwei Organisationen stand Zuppiger im Clinch

Der Skandal um den SVP-Bundesratsanwärter Bruno Zuppiger zieht immer weitere Kreise: Die SVP dürfte ihn noch heute als Kandidaten zurückziehen. Jetzt ist auch klar, wer dem Zürcher Nationalrat «Veruntreuung» vorgeworfen hatte.

Lorenz Honegger
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Durch den "Weltwoche"-Artikel ist seine Wahl auf einmal gefährdet: Bruno Zuppiger (Archiv)

Durch den "Weltwoche"-Artikel ist seine Wahl auf einmal gefährdet: Bruno Zuppiger (Archiv)

Keystone

Der Zürcher SVP-Bundesratskandidat Bruno Zuppiger gerät nach Bekanntwerden eines potenziellen Falls von Veruntreuung bei einer Erbschaftsangelegenheit zusehends unter Druck. Recherchen der az und der «Südostschweiz» haben jetzt ergeben, dass es Pro Senectute und die Krebsliga Zürich waren, die bis im vergangenen Jahr mit dem Zürcher Nationalrat im Clinch standen.

Die zwei gemeinnützigen Organisationen waren von einer ehemaligen Mitarbeiterin von «Zuppiger & Partner» als Erben eines Vermögens von 265000 Franken bestimmt worden. «Zuppiger & Partner» übernahm die Funktion des Willensvollstreckers.

Im Jahr 2005 entdeckten Pro Senectute und die Krebsliga Zürich, dass sich Zuppigers Firma einen Arbeitsaufwand von 522,75 Stunden gutgeschrieben hatte, um nach Hinterbliebenen der Verstorbenen zu suchen. Rund 150000 Franken Honorar soll der Zürcher für seine Firma «Zuppiger & Partner» und von diesem Betrag wiederum 100000 Franken auf sein eigenes Konto abgezweigt haben.

150000 Franken abgezweigt - Krebsliga bestätigt

Als ihm die zwei Organisationen letztes Jahr wegen «Veruntreuung» und «ungetreuer Geschäftsführung» strafrechtliche Konsequenzen androhten, zahlte er laut einem Bericht der «Weltwoche» die gesamte Erbschaft in der Höhe von 265000 Franken inklusive Zins zurück.

«Pro Senectute» und «Krebsliga» konnten am Vormittag noch keine Bestätigung ihrer Rolle in der Erbschaftsangelegenheit abgeben. Zwei unabhängige Quellen bestätigen jedoch den Sachverhalt. Im Verlaufe des Nachmittags bestätigte die Krebsliga Zürich jedoch diesen Bericht.

«Wir werden ihn wohl zurückziehen»

Noch heute dürfte die SVP-Fraktion Zuppiger als Bundesratskandidaten zurückziehen. Der Zürcher SVP-Präsident und Nationalrat Alfred Heer sagte heute Vormittag gegenüber der az, die Fraktion werde wohl einen der anderen vorgeschlagenen Kandidaten nominieren müssen.

Als Ersatz infrage kämen in erster Linie der Zuger Baudirektor Heinz Tännler oder aber der Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann.

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