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«Mon Dieu, c'est pas possible» - der Schweizer Reto Fischer stand bei der Notre Dame, als das Inferno ausbrach

Der Schweizer Reto Fischer hat bei der Kathedrale gestanden, als das Inferno ausgebrochen ist. Es regnete Feuer und der 48-Jährige fühlte sich an 9/11 in New York erinnert. Wir haben mit ihm am Telefon gesprochen.
Jürg Krebs
Reto Fischer war unter den Touristen vor Ort, als der Brand ausbrach. (Bild: KEY)

Reto Fischer war unter den Touristen vor Ort, als der Brand ausbrach. (Bild: KEY)

Erst denkt Reto Fischer nur: Es riecht nach Rauch. Doch als er genauer hinsieht, da sieht er das Feuer. Das Wahrzeichen von Paris, die Kathedrale Notre Dame, steht in Flammen. Und dann dachte Reto Fischer: «Krass, das ist doch nicht möglich?!»

Doch es stimmt. Kurz vor 19 Uhr bracht das Feuer nach ersten Erkenntnissen aus. Am späten Montagabend ist die Feuerwehr noch immer mit löschen beschäftigt. Über die Ursache ist nichts bekannt.

Der Schweizer Reto Fischer erlebt den Brand hautnah in Paris. (Bild: Facebook)

Der Schweizer Reto Fischer erlebt den Brand hautnah in Paris. (Bild: Facebook)

Reto Fischer stand zu diesem Zeitpunkt in der Nähe, hatte mit Freundin und Freunden gerade den Pont Louis Philippe auf die Île de la Cité überschritten.

Und dann regnete es glühende Partikel. «Wir bedeckten Kopf und Kleider», erzählt Fischer am Telefon.

«Einer Frau neben meiner Freundin versengte es die Haare. Es ging alles rasend schnell. Wie wenn man ein Streichholz in einen Strohballen wirft.»

Der ganze Dachstock brannte. Dann sah Fischer, wie der Mittelturm einstürzte: «Es war der 9/11-Effekt. Man glaubt es nicht», erzählt der 48-jährige Lehrer aus Buchs (AG).

Dann kam die Feuerwehr, die Polizei scheuchte die Touristen und Gaffer weg, um in den engen Gassen der Île de la Cité Platz zu schaffen für die Pompiers. Reto Fischer und seine Gruppe machten sich davon, weg vom Unglücksort. Zehn Taximinuten vom Inferno entfernt setzten sie sich in ein Bistro. Fischer: «Alle reden nur über dieses Thema. Sie schauen auf den TV-Bildschirm an der Wand, starren auf ihr Handy.»

13 Millionen Touristen und Gläubige besuchen jährlich das Notre Dame. Es ist die meistbesuchte Attraktion in Paris. (Bild: KEY)

13 Millionen Touristen und Gläubige besuchen jährlich das Notre Dame. Es ist die meistbesuchte Attraktion in Paris. (Bild: KEY)

Viele Franzosen trauerten, so Fischer am Telefon. Man höre überall ein «Mon Dieu, c'est pas possible». Auch vor dem Bistro ist die Katastrophe nahe. Beissend-süsslicher Rauch hänge in der Luft. Fischer trauert mit. Frankreich ist seine zweite Heimat, hier hat der heutige Lehrer und Politiker in den 90er Jahren gearbeitet.

Und was ist für das Unglück verantwortlich? «Die Leute vermuten, dass das Feuer im Zusammenhang mit den Renovationsarbeiten steht, die beim Notre Dame im Gange sind», so Reto Fischer. Das Gerücht sei weit verbreitet. Dann verabschiedet sich Fischer. Er will am Dienstagmorgen nochmals zum Notre Dame gehen, bevor er am Mittwoch in die Schweiz zurückreist. Doch ihm ist mulmig bei dem Gedanken.

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