Gefängnis

Nach Schlägereien kehrt im Genfer Gefängnis Champ-Dollon Ruhe ein

Nach mehreren Massenschlägereien ist am Freitag im Gefängnis Champ-Dollon wieder Ruhe eingekehrt. Die Lage bleibe zwar angespannt, man habe aber verschnaufen können, sagte Christian Antonietti, Präsident der Gewerkschaft der Polizisten und Gefängniswärter.

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Das Gefängnis Champ-Dollon in Genf ist überfüllt

Das Gefängnis Champ-Dollon in Genf ist überfüllt

Keystone

Seit Sonntag war es im massiv überfüllten Gefängnis zu fünf Massenschlägereien mit jeweils rund 100 Beteiligten gekommen. Vor allem Häftlinge aus Albanien und dem nordafrikanischen Maghreb gingen aufeinander los.

Im Gefängnis befinden sich über 850 Inhaftierte, obwohl die Strafanstalt nur 376 Plätze aufweist. Das Bundesgericht prangerte am Mittwoch in einem Urteil die Haftbedingungen als menschenrechtswidrig an.

Die Gewerkschaft der Polizisten und Gefängniswärter kritisierte am Donnerstag in einem offenen Brief an den Kanton die Lage als nicht mehr hinnehmbar. Sie verlangte, dass bis Ende März entweder die Zahl der Häftlinge verringert oder jene der Wärter erhöht wird.

Am Donnerstag musste erneut die Polizei aufgeboten werden, weil bei den Spaziergängen am Morgen und am Nachmittag insgesamt 70 Häftlinge sich weigerten, in ihre Zellen zurückzugehen. Bei den Schlägereien seit Sonntag wurden mehrere Häftlinge verletzt.

Häftling verschanzte sich im Spital

Zwei befanden sich am Freitag immer noch im Spital. Am Donnerstag verschanzte sich einer der Verletzten in der Gefängniseinheit der Genfer Universitätsspitäler (HUG) in seiner Zelle.

Er drohte damit, sich selbst zu verstümmeln. Das Genfer Sicherheitsdepartement bestätigte am Freitag eine entsprechende Meldung der Internetseite der Zeitung "Tribune de Genève".

Der Kanton Genf lancierte mehrere Projekte um die Platznot in den Strafanstalten zu verringern. Eines davon ist Brenaz 2, das 100 zusätzliche Plätze bieten soll. Das Bauprojekt ist jedoch durch einen Rekurs blockiert.