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Nationalbank: ein Elefant im Porzellanladen

Autor Balz Bruppacher über das Wirken der Nationalbank.
Balz Bruppacher Autor
Balz Bruppacher (Bild: Corinne Glanzmann / LZ)

Balz Bruppacher (Bild: Corinne Glanzmann / LZ)

Die Nationalbank ist nicht zu beneiden. Seit bald zehn Jahren arbeitet sie im Krisenmodus. Und normale Verhältnisse sind nicht in Sicht. Gemessen an den volkswirtschaft­lichen Daten haben die Währungshüter ihren Job bisher gut gemacht. Wenn da nicht die Folgen des Kampfs gegen die Frankenstärke in der SNB-Bilanz wären.

Die Bilanz ist innerhalb von zehn Jahren auf das Siebenfache gewachsen und übersteigt mit 763 Milliarden Franken das Bruttoinlandprodukt klar. Die Devisen­anlagen sind sogar fast 16 Mal so gross wie 2007. «Das raubt nicht nur Nationalbankpräsident Jordan den Schlaf», sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann vor einer Woche in unserer Zeitung und sprach von einer enormen Herausforderung.

Wollen die Währungshüter politische Kontroversen um Gewinnverwendung und Staatsfonds vermeiden, sind sie vor allem selber gefordert. Namentlich was die Transparenz ihrer Anlagepolitik betrifft. Der Hinweis auf einen vernünftigen und neutralen Ansatz, den die Nationalbank bei den Milliarden-Investitionen verfolge, sowie auf ein paar allgemein formulierte Ausschlusskriterien genügt nicht. Die Anlagepolitik soll zwar die Ziele der Geldpolitik nicht unter­laufen. Sie darf aber auch den guten Ruf der Notenbank nicht gefährden.

Was soll es, wenn die Bundesbehörden die Bemühungen unterstützen, die Finanzflüsse mit den internationalen Klima­zielen in Einklang zu bringen, und der mit Abstand grösste hiesige Investor abseitssteht? Was soll es, wenn die Nationalbank in ihrem Umweltbericht den Klimawandel als besondere Herausforderung bezeichnet, die Klimafolgen ihrer Investitionen aber mit keinem Wort erwähnt?

Dank der US-Börsenaufsicht ist bekannt, in welchen Aktien rund 60 Milliarden Franken der SNB in den USA investiert sind. 2015 hat die SNB ihre Investitionen auf Schwellen­länder ausgedehnt. Wie sie bei der Auswahl vorgeht, ist nicht bekannt. Auch nicht, ob aussenpolitische Überlegungen in diese Entscheide einfliessen. Thomas Jordan hat die Nationalbank einmal als Elefant unter den Investoren bezeichnet. Das heisst aber nicht, dass sie wie ein Elefant im Porzellan­laden auftreten muss.

Balz Bruppacher, Autor

balz.bruppacher@luzernerzeitung.ch

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