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Nestlés neuer Indien-Konflikt: Es geht um Muttermilch und illegales Sponsoring

Der Nahrungsmittelriese ist mit scharfer Kritik konfrontiert. Er soll eine Studie finanziell unterstützt und damit gegen Gesetze verstossen haben. Es ist nicht der erste Streit für Nestlé in Indien.
Benjamin Weinmann aus Genf
Nestlé gehört zu einem der weltweit grössten Hersteller von Säuglingsnahrung.

Nestlé gehört zu einem der weltweit grössten Hersteller von Säuglingsnahrung.

Schon wieder, ist man geneigt zu sagen: Erneut liefert sich Nestlé einen Streit mit indischen Behörden. 2014 waren die Westschweizer in einen Nudelskandal verwickelt, der die Firma eine halbe Milliarde Franken gekostet hatte. Die Behörden warfen Nestlé vor, dass ihre Maggi-Nudeln verunreinigt seien. Der Konzern stritt dies stets ab. Dennoch wurde der Verkauf zeitweise gestoppt. Der Imageschaden war immens.

Nun ist Nestlé mit einem neuen Vorwurf konfrontiert. Der indische «Council for Medical Research» kommt zum Schluss, dass der Nahrungsmittelmulti aus Vevey VD gegen nationale und internationale Gesetze und Kodizes verstossen hat in Bezug auf die Vermarktung von Säuglingsnahrung.

Verstoss gegen WHO-Regel?

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) hat 1981 einen internationalen Kodex verabschiedet, der die Vermarktung von alternativer Säuglingsnahrung verbietet, um Mütter nicht vom Stillen abzubringen. Und ein indisches Gesetz verbietet Herstellern von Muttermilch-Ersatzprodukten, entsprechende Forschungsprojekte finanziell zu unterstützen.

Gegen diese beiden Regeln soll Nestlé, einer der weltweit grössten Hersteller von Säuglingsnahrung, verstossen haben, so der Vorwurf. Die Ländergesellschaft «Nestlé India» sei der Hauptsponsor einer klinischen Studie, welche das Wachstum von hospitalisierten Säuglingen in fünf teilnehmenden Spitälern untersucht hat. Auch zwei weitere Studien sind im Fokus der Behörden.

"Wir halten uns an alle Gesetze"

In einem Pressecommuniqué übt die indische Organisation «BPNI», die sich für das natürliche Stillen einsetzt, scharfe Kritik an Nestlé. Es handle sich gegen einen «groben Verstoss», der rechtliche Konsequenzen seitens des Gesundheitsministeriums haben müsse. Von Nestlé sei man sich leider nichts anderes gewöhnt. «Ihre aggressive Bewerbung von Muttermilch-Ersatzprodukten ist trotz der Gesetze und der WHO-Vorgaben unendlich.» Das sei seit Jahren so. Dafür seien auch zu schwache Kontrollmechanismen der Regierung verantwortlich.

Ein Nestlé-Sprecher sagt gegenüber CH Media, die Unterstützung klinischer Studien mit wissenschaftlichen Zielen sei nicht verboten. Und dabei sei es in diesen Fällen gegangen. Zudem seien sie von den zuständigen Ethik-Kommissionen abgesegnet worden. Nestlé habe in den teilnehmenden Spitälern keine eigenen Produkte beworben. «Wir halten uns an alle Gesetze und Regulierungen», sagt der Sprecher. Dazu gehöre auch der WHO-Kodex.

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