NEUE BESTIMMUNG: Metzger laufen Sturm gegen Förderung des Einkaufstourismus

Rohschinken und Salami dürfen künftig in beliebigen Mengen eingeführt werden - zollfrei. Die Schweizer Fleischbranche sieht rot.

Drucken
Teilen
Trockenfleisch soll einfacher importiert werden können. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Trockenfleisch soll einfacher importiert werden können. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

red. Zwischen den Metzgern und dem Bund bahnt sich ein heftiger Streit an: Der Grund ist eine unangekündigte Änderung in den Bestimmungen, die den Einkaufstourismus regeln. Ab dem 1. Juli dürfen Konsumenten nicht nur doppelt so viel Frischfleisch ohne Zollgebühren einführen wie bisher, klammheimlich hat der Bund zusätzlich eine ganze Fleischkategorie von den Regeln ausgenommen.

Für sogenannte Fleischerzeugnisse sollen künftig gar keine Zollgebühren mehr anfallen. Jedenfalls ist diese Kategorie aus den Bestimmungen verschwunden, wie der Schweizer Fleisch-Fachverband kritisiert. Auf Produkten wie Rohschinken und Trockenfleisch wird nur noch die Mehrwertsteuer anfallen, falls Schweizer für mehr als 300 Franken ennet der Grenze einkaufen.

Preisunterschied noch grösser

Damit drohen die Preisunterschiede zwischen Deutschland, Österreich sowie Italien und der Schweiz noch einmal massiv zuzunehmen. «Die Regelung schafft neue Anreize, noch mehr Fleisch im grenznahen Ausland einzukaufen», ärgert sich Ruedi Hadorn, der Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverbands (SFF). «Der Bund betreibt damit auf Kosten der Steuerzahler Wirtschaftsförderung für die angrenzenden Regionen im Ausland.»

Mit der Hilfe des CVP-Ständerats Ivo Bischofberger aus Appenzell Innerrhoden versuchen die Metzger nun, die neue Bestimmung wieder zu kippen. In der aktuellen Parlamentssession reicht der Politiker eine Motion ein, welche die Zollbehörde dazu verknurren soll, die Einfuhr von Fleischerzeugnissen wieder explizit in der Regulierung aufzunehmen.