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Neue Staatssekretärin für Bildung:
Ab in den Sprachurlaub

Bei ihrer erstem Auftritt als künftige Staatssekretärin für Bildung überzeugt Martina Hirayama mit ihrer Ausbildung und ihrer Berufserfahrung. Das mediale Interesse jedoch gilt anderem.
Roger Braun
Martina Hirayama, die neue Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation sowie Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Martina Hirayama, die neue Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation sowie Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Wie gut spricht sie Französisch? Nachdem der Bundesrat die neue Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation vor den Sommerferien zwar ernannt hatte, nicht aber der Öffentlichkeit präsentiert hatte, schossen die Spekulationen ins Kraut. Die extremste davon: Wollte der zuständige Bundesrat Johann Schneider-Ammann Martina Hirayama über die Sommerferien Zeit geben, ihr Französisch aufzubessern vor ihrem ersten grossen Medienauftritt?

Nach Worten Schneider-Ammanns ist die Sache deutlich weniger aufregend. Vor den Ferien habe nach der ausgedehnten Debatte zum Rahmenabkommen im Bundesrat schlicht die Zeit für eine Vorstellung gefehlt, erklärte er am Donnerstag. Umso lieber tue er das nun.

Antworten vorerst auf Deutsch

Als Hirayama nach einige Minuten das erste Mal auf Französisch wechselte, kam sie gleich zum Punkt. Die gebürtige Deutsche, die seit 25 Jahren in der Schweiz lebt, sprach vom Französischunterricht in der Schule, vom Studium in Freiburg, von mehrsprachigen Arbeitsumfeldern.

Sie verstehe die Sprache gut, sagte sie, ziehe es aber bisweilen vor, auf Deutsch zu antworten. «Ich bin mir aber bewusst, dass ich mein Französisch noch verbessern muss»,sagte sie. Hirayama kündigte an, einen zweimonatigen Intensivkurs im französischen Sprachraum zu absolvieren, bevor sie Anfang 2019 ihre neue Stelle antritt.

Erfahrungen in Forschung und Berufsbildung

Abgesehen von den Französischdefiziten weiss der Lebenslauf der 47-Jährigen Doppelbürgerin durchaus zu überzeugen. Die promovierte Chemikerin hat an der ETH Zürich geforscht und ein Team geführt. Zur selben Zeit gründete und leitete sie ein Start-up für neue Beschichtungstechnologien.

Sie arbeitete in Führungsgremien verschiedener Bundesorgane mit: bei der Kommission für Technologie und Innovation, am eidgenössischen Institut für Metrologie, beim Schweizerischen Nationalfonds, bei Innosuisse.

Zuletzt war sie hauptberuflich Direktorin der School of Engineering an der zürcherischen Hochschule für angewandte Wissenschaften. Seit 2002 lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern im thurgauischen Hüttwilen.

Eine Beamtin nach Schneider-Ammanns Geschmack

Schneider-Ammann pries die neue Staatssekretärin als hervorragend vernetzt, bewandert in der Digitalisierung sowie nahe an den Bedürfnissen der KMU. «Sie denkt unternehmerisch, ist neugierig und offen für Neues», sagte er. «Martina Hirayama erfüllt die geforderten Kriterien perfekt.»

Hirayama liess sich am Donnerstag noch nicht auf die Äste, wie sie sich die künftige Bildungs- und Forschungslandschaft der Schweiz vorstellt. Sie wolle sich zuerst mit allen Entscheidungsträger unterhalten, bevor sie sich positionieren werde, sagte sie.

Auffällig oft sprach sie von Vernetzung; von Brücken, die sie zwischen Bund, Kantonen, Bildungseinrichtungen bauen wolle. Vielerorts sieht sie «Chancen». Sie betonte die Wichtigkeit von Innovation und einer guten Berufsbildung. Sie sprach von ihrer Leidenschaft für die angewandte Wissenschaft und dem Wissenstransfer zur Wirtschaft. Schneider-Amman dürfte diese Worte mit Befriedigung zur Kenntnis genommen haben.

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