Noch keinen Hinweis auf Wahlbeteiligung

Die Zahlen zur brieflichen Stimmabgabe lassen keine Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung zu. In einigen Städten sind mehr Wahlcouverts eingetroffen als vor vier Jahren, in anderen deutlich weniger.

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Vielerorts wird eine Stimmbeteiligung auf dem Niveau der Eidgenössischen Wahlen 2007 prognostiziert. (Bild: Keystone)

Vielerorts wird eine Stimmbeteiligung auf dem Niveau der Eidgenössischen Wahlen 2007 prognostiziert. (Bild: Keystone)

Dies geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur sda bei einzelnen Kantonen, grossen Städten und Gemeinden hervor. Vielerorts wird eine Stimmbeteiligung auf dem Niveau der Eidgenössischen Wahlen 2007 prognostiziert.

Zentralschweiz: Beteiligung wie 2007

Auch in der Zentralschweiz wird in den Gemeinden Zug, Altdorf, Schwyz und Sarnen aufgrund der eingegangenen Wahlcouverts mit einer gleichbleibenden Wahlbeteiligung gerechnet. In der Bundeshauptstadt geht man ebenfalls davon aus, dass wie vor vier Jahren etwa 48 Prozent der wahlberechtigten Bernerinnen und Berner ihre Stimme abgeben.

Markanter Rückgang in Luzern

Einen markanten Rückgang bei der brieflichen Stimmabgabe verzeichnet die Stadt Luzern, wo bis Mittwochabend nur 28 Prozent der Wahlberechtigten brieflich abgestimmt haben. 2007 und damit vor der Fusion mit der Vorortsgemeinde Littau waren es noch 33 Prozent gewesen. Erwartet wird eine Stimmbeteiligung von 42 bis 45 Prozent (2007: rund 51 Prozent).

Zuwachs in Basel, Zürich und Winterthur

Mehr Interesse als vor vier Jahren haben die Wahlen im Vorfeld im Kanton Basel-Stadt geweckt. Bis am Donnerstagvormittag haben 42,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren hatten nur 40,1 Prozent von der Möglichkeit der brieflichen Stimmabgabe Gebrauch gemacht. Einen markanten Zuwachs bei der brieflichen Stimmabgabe meldet die Stadtverwaltung Winterthur. 37,7 Prozent der Winterthurer haben bis am Donnerstagvormittag brieflich abgestimmt - ein Plus von fast 8 Prozentpunkten gegenüber 2007.

In der Stadt Zürich haben bis Donnerstagvormittag 35,5 Prozent aller Stimmberechtigten brieflich abgestimmt. 2007 waren zum selben Zeitpunkt erst 33,3 Prozent der verschickten Wahlunterlagen zurückgekommen. Auch in Genf ist die Zahl der Briefwähler leicht gestiegen.

Weniger Wahllokale

Beim Vergleich der Rücklaufquote über die Jahre muss berücksichtigt werden, dass immer mehr Stimmberechtigte brieflich abstimmen und wählen.

Die steigende Beliebtheit der Stimmabgabe per Post zeigt sich am Beispiel des Kantons Aargau. 2007 hatten nach Angaben des kantonalen Amtes für Statistik 92,9 Prozent der Wählenden ihre Stimme brieflich abgegeben. 1999 waren es noch 62 Prozent gewesen.

Verschiedene Gemeinde haben auf diese Entwicklung mit der Schliessung von Wahllokalen reagiert. In der Stadt Bern wurde die Zahl der Lokale Ende 2008 von 19 auf sechs reduziert.

Auch in den Städten Lausanne und St. Gallen wird mit einer um 2 bis 3 Prozentpunkte geringeren Wahlbeteiligung gerechnet. In Lausanne haben bis Mittwoch nur rund 28,5 Prozent der Wahlberechtigten brieflich abgestimmt. Vor vier Jahren waren es fast 39 Prozent gewesen.

In grosser Zahl seien die Couverts erst mit Beginn dieser Woche eingetroffen, teilte die Lausanner Stadtverwaltung mit. Ähnlich tönt es in der Stadt Bern. Nach «zögerlichem» Beginn seien in dieser Woche täglich «mehrere tausend Couverts» eingetroffen. Von einem «massiven Zuwachs» seit Anfang Woche spricht auch das Präsidialdepartement der Stadt Basel.

Wahlbeteiligung steigt

Die Wahlbeteiligung in der Schweiz ist im internationalen Vergleich traditionell tief. Nachdem bei den Parlamentswahlen 1995 ein Rekordtief von 42,2 Prozent erreicht wurde, stieg die Beteiligung wieder an und erreichte 2007 mit 48,3 Prozent den höchsten Wert seit den Wahlen im Jahr 1983.

Bei der letzten Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern von vergangener Woche äusserten 49 Prozent der Befragten die Absicht, an den diesjährigen Parlamentswahlen teilzunehmen. Andere Experten gehen von einer gleich bleibenden Wahlbeteiligung aus.

sda

Luzernerzeitung.ch berichtet am Sonntag ab 12 Uhr mit Trends, Grafiken und Resultaten aus allen Zentralschweizer Kantonen.