Nordkorea versetzt seine Streitkräfte in Kampfbereitschaft

Nordkorea hat in ungewöhnlich scharfer Reaktion auf das jährliche südkoreanisch-amerikanische Manöver seine Truppen in volle Kampfbereitschaft versetzt. Ein Armeesprecher warf den USA und Südkorea vor, mit den Manövern einen Krieg vorzubereiten.

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Nordkoreanische Soldaten auf Patrouille

Nordkoreanische Soldaten auf Patrouille

Keystone

Er drohte mit der Trennung der direkten Telefonverbindung zwischen dem süd- und nordkoreanischen Militär. In seiner Stellungnahme warnte der Sprecher auch, die Zerstörung einer Langstreckenrakete Nordkoreas werde als Akt des Krieges aufgefasst und drohte mit Vergeltungsschlägen gegen militärische Stützpunkte der USA, Japans und Südkoreas.

Nordkorea will nach eigenen Angaben einen Satelliten ins All schiessen. In Medienberichten wurde spekuliert, die USA und Japan würden jede ballistische Rakete abfangen. Beide Länder haben dies allerdings nicht bestätigt.

Jedoch haben die USA, Japan und Südkorea erklärt, zwischen einer Trägerrakete für Satelliten und einer ballistischen Rakete gebe es keine technischen Unterschiede.

Rund eine Autostunde südlich der innerkoreanischen Grenze begannen trotz Drohungen aus dem Norden die angekündigten amerikanisch-südkoreanischen Grossmanöver mit 26 000 US-Soldaten. Die Übung dauert bis zum 20. März. Auch der Flugzeugträger USS John C. Stennis beteiligt sich.

Für die zwölftägige Dauer des Manövers will Nordkorea den "heissen Draht" zu Südkoreas Militär unterbrechen. Die Leitung soll vor allem bei Bedarf die Kommunikation zur Lösung akuter Konflikte sicherstellen.

Zwar hat bislang Nordkorea routinemässig die jährlichen gemeinsamen Manöver Südkoreas und der USA verurteilt und in ihnen aggressive Absichten gesehen. Dieses Jahr sind die Proteste aus der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang jedoch schärfer als früher ausgefallen.