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ÖFFENTLICHER VERKEHR: Neue Komplikation mit dem Swiss Pass

Halbtax- und GA-Kunden, die in Deutschland oder Österreich unterwegs sind, brauchen künftig zusätzlich zum Swiss Pass eine internationale Rabattkarte im Papierformat.
Swiss Pass: Ein Gerät zum Scannen der Daten ist im Ausland nicht vorhanden. (Bild: Keystone)

Swiss Pass: Ein Gerät zum Scannen der Daten ist im Ausland nicht vorhanden. (Bild: Keystone)

Gerhard Lob

Ab dem 1. Juni werden die ersten Pionierkunden mit dem neuen Swiss Pass unterwegs sein. Ab dem 1. August wird der Swiss Pass dann schweizweit eingeführt. Statt des blauen GA und des Halbtax-Abos gibt es dann diesen roten Pass, der auf einem Chip die nötigen Informationen über die Gültigkeit der gelösten Abonnemente enthält. Dieser Pass wird sukzessive die herkömmlichen GAs und Halbtax-Abos ablösen. «Der Swiss Pass ist der Schlüssel für einen einfachen, kundenfreundlichen und zukunftsorientierten Zugang zum öffentlichen Verkehr (ÖV) der Schweiz», heisst es in einer Werbebroschüre des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV).

Geräte im Ausland nicht vorhanden

Einige Probleme wie eine Verlängerung der Kontrollzeiten im Zug jeder Pass muss einzeln gelesen werden – wurden bereits kontrovers diskutiert. Dies gilt auch für die automatische Laufzeitverlängerung nach einem Jahr, die nach Protesten durch Konsumentenschützer aufgehoben beziehungsweise gelockert wurde. Auf Wunsch wird die Laufzeit auf ein Jahr begrenzt. Nun hat Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kunden des öffentlichen Verkehrs, auf eine neue Komplikation hingewiesen. Sie betrifft die Verwendung von GAs und Halbtax-Abos im grenzüberschreitenden Verkehr.

Wer mit einem Halbtax-Abo oder GA ein grenzüberschreitendes Billett nach Deutschland oder Österreich löst, erhält auf den ausländischen Fahrpreisanteil eine Reduktion von 25 Prozent. Dieser Preis­erlass ist auf dem Ticket erwähnt. Bei der Billettkontrolle muss das Halbtax-Abo oder das GA auch in Deutschland oder Österreich vorgewiesen werden. Nur: Die dortigen Kontrolleure verfügen über keine Geräte, die den neuen elektronischen Pass lesen und damit die Gültigkeit von Halbtax-Abo oder GA kontrollieren könnten.

Die SBB weisen auf die Lösung hin: «Für Kunden, die regelmässig mit der Deutschen Bahn unterwegs sind, gibt es ab dem 1. Juni eine internationale Rabattkarte.» Diese Rabattkarte muss man am Schalter in der Schweiz beziehen. Ein Bezug im Ausland ist nicht möglich. Die Rabattkarte ist für ein Jahr gültig und muss jeweils zusammen mit dem Swiss Pass vorgezeigt werden. Vorerst wird die Rabattkarte in Form eines Papierbelegs ausgehändigt sie sieht aus wie ein internationaler Fahrschein. «Wann und in welcher Form eine Weiterentwicklung stattfindet, ist noch offen», teilt die SBB-Pressestelle mit.

Pro Bahn Schweiz übt Kritik

Wer häufig im grenzüberschreitenden Verkehr unterwegs ist, muss neu statt einer Karte eine Karte plus Rabattschein dabeihaben. Die Praxis gilt auch im Nahverkehr beispielsweise für Kunden, die mit einem Bus des Regio-Verkehrsverbundes Lörrach (RVL) von Basel Badischer Bahnhof nach Weil am Rhein fahren und dank Halbtax-Abo von vergünstigten Tarifen profitieren. «Im internationalen Bahnverkehr wird es einfach immer komplizierter», hält Edwin Dutler von Pro Bahn Schweiz fest.

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