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Solothurn trauert um die sieben Brandopfer

Rund 800 Menschen gedachten in Solothurn der sieben Brandopfer vom 26. November. Für die zwei hinterbliebenen Waisenkinder werde man mit Umsicht sorgen, wurde betont.
Hans Peter Schläfli
Die Trauergemeinde beim Verlassen der Kirche. Bild: Marcel Bieri/Keystone (Solothurn, 8. Dezember 2018)

Die Trauergemeinde beim Verlassen der Kirche.
Bild: Marcel Bieri/Keystone (Solothurn, 8. Dezember 2018)

Sieben Amphoren, sieben Schilder und das Foto einer vierköpfigen Familie standen vor dem Altar der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn. Sie verwandelten in einer würdevollen Gedenkfeier die sieben Menschen, die bei der Brandkatastrophe vom 26. November ums Leben gekommen waren, in Menschen mit Namen und Gesichtern. Rund 800 Personen nahmen am Samstag an der bewegenden Gedenkfeier teil.

«Sammle meine Tränen in deinen Krug» (Psalm 56, 9): Diese Worte legten die Würdenträger der fünf an der Feier beteiligten Religionen und Konfessionen ihren Ansprachen zugrunde. Der wunderschöne Betgesang des äthiopischen Imams Ali Demir sorgte in der Kathedrale ebenso für eine weltenverbindende Stimmung wie die kurze Zeremonie des orthodoxen eritreischen Priesters Gidey Tukue.

Spürbares Mitgefühl

Die Worte der beiden Würdenträger mussten nicht übersetzt werden. Sie wurden nicht nur von den Angehörigen und Freunden aus Eritrea und Äthiopien aufgenommen. Auch die vielen Solothurnerinnen und Solothurner, die mit ihrem Besuch ihr Mitgefühl und die Solidarität mit den Opfern zeigten, verstanden die Botschaften. Der Chor der Nationen und Geigenspieler Matthias Steiner bildeten den musikalischen Rahmen der bewegenden Gedenkfeier. «Die sieben Krüge sollen unsere Tränen sammeln», sagte der katholische Pfarrer Thomas Ruckstuhl. «Sie stehen für die Zerbrechlichkeit des Lebens und unsere Machtlosigkeit angesichts des Todes.»

«Prüfen werden wir euch», zitierte der reformierte Pfarrer Koen de Bruycker aus dem Koran. Er zeigte auf, dass der Tod ein Problem der Lebenden ist, die lernen müssen, mit dem Verlust und der Trauer umzugehen. Der christkatholische Pfarrer Klaus Wloemer sagte: «Wenn ein Mensch stirbt, stirbt damit sein erster Schnee, sein erster Kuss. Es sind nicht einfach Menschen, die sterben, es sind Welten, die aufhören zu existieren.»

«Wir sind traurig über das Schicksal von zwei Familien, die in ihrem Leben bereits viel Schweres erlebt haben», überbrachte Regierungsrätin Susanne Schaffner die Botschaft des Kantons. «Sie sind aus ihrer Heimat geflüchtet und haben Entbehrungen und Risiken überstanden. Sie haben hier in der Schweiz Zuflucht und Sicherheit gesucht und sind nun auf so tragische Weise gestorben.» Zwei Kinder bleiben als Waisen zurück. «Für sie wird mit Umsicht und unbürokratisch gesorgt», versicherte Schaffner.

Stadtpräsident Kurt Fluri gedachte der Opfer und ihrer Angehörigen, und er dankte den Rettungskräften: «Sie werden immer wieder an einen Notfalleinsatz gerufen, und sie wissen nicht, ob es ein Fehlalarm oder eine Katastrophe ist, die sie erwartet. Sie alle haben ihre Aufgaben pflichtbewusst und mit grösstem Einsatz erfüllt. So konnten sie viele Menschen lebend aus diesem Inferno retten.» Fluri erinnerte daran, dass sowohl die Angehörigen, die Geretteten als auch die Retter zwar körperlich unversehrt davongekommen sind, aber seelisch verletzt wurden. «Wir wünschen ihnen allen, dass ihre Erinnerungen an die Schreckensnacht bald durch neue, schöne Erlebnisse gelindert werden.»

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