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PANASCHIERKÖNIGIN: Die Grüne, welche die Bürgerlichen mögen

Erstmals ziehen die Grünen in die Regierung des Kantons Solothurn ein. Wer ist die Frau, der dieser Coup geglückt ist?
Richard Clavadetscher
Die neugewählte Solothurner Regierungsrätin Brigit Wyss

Die neugewählte Solothurner Regierungsrätin Brigit Wyss

Die Zeit sei reif für eine Grüne in der Solothurner Kantons­regierung, sagte Kandidatin Brigit Wyss schon im Februar. Seit gestern weiss man: Wyss hat dies damals ganz offensichtlich richtig gesehen. Gestern nämlich wählten sie die Solothurner zusammen mit der SP-Frau Susanne Schaffner in die Regierung. Das Nachsehen hatte die FDP-Kandidatin Marianne Meister.

Wenn dieses Wahlergebnis auch überraschen mag, dass Brigit Wyss nicht nur für Vertreterinnen und Vertreter ihrer eigenen Partei wählbar ist, sondern ebenso für andere bis hinein ins bürgerliche Lager, hat sie bereits früher bewiesen: anlässlich der Kantonsratswahlen vor vier Jahren und auch bei den Nationalratswahlen 2011. Bei der Wahl als Kantonsrätin 2013 erzielte sie 31 Prozent Fremdstimmen – und war «Panaschierkönigin»; bei den Nationalratswahlen vier Jahre zuvor hatte sie ebenfalls den grössten prozentualen Anteil an Fremdstimmen.

Mit der Stadtsolothurnerin Wyss sitzt künftig eine Frau mit einem nicht ganz alltäglichen Lebenslauf in der Kantonsregierung: Nach der Lehre als Schreinerin absolvierte die heute 57-Jährige eine Ausbildung zur Psychiatrieschwester, holte hernach die Matura nach, studierte darauf Jura an der Uni Bern. Sie arbeitet heute als Projektleiterin Umwelt- und Tierrecht für die Fondation Franz Weber.

An Selbstvertrauen fehlt es der ledigen und in Partnerschaft lebenden Mutter von zwei erwachsenen Kindern jedenfalls nicht: Im Wahlkampf von den Medien gefragt, ob sie sich die Leitung der voraussichtlich zur Disposition stehenden Departemente des Innern sowie der Volkswirtschaft denn zutraue, zögerte sie nicht mit der Antwort: «Ich könnte einen solchen Laden managen.» Sie sei überzeugt, eine gute Solothurner Regierungsrätin zu werden.

Wer nun annähme, dass dieser Aussage lediglich das «Prinzip Hoffnung» zugrunde liegt, täte Brigit Wyss Unrecht, denn die Frischgewählte hat einen soliden politischen Leistungsausweis: seit 2003 als Gemeinderätin, von 2005 bis 2007 und wiederum seit 2013 als Kantonsrätin sowie von 2007 bis 2011 als Nationalrätin. Selbst als Regierungsratskandidatin war Wyss kein Frischling mehr: Bereits schon vor vier Jahren hat sie kandidiert, belegte nach dem ersten Wahlgang den vierten Platz – und unterlag im zweiten den Kandidaten von CVP und FDP. Scheitern sei nichts Schlimmes, sagt sie dazu.

Die Grüne sieht sich selber in der Mitte ihrer Partei positioniert. Gleichwohl verleugnet Wyss ihre politischen Wurzeln nicht: Es sind die bekannten grünen Themen, Umweltschutz und Energie, die sie vertritt.

Richard Clavadetscher

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