Pariser Klimaschutzabkommen: Nagelprobe folgt noch

Redaktor Dominic Wirth zum Pariser Klimaschutzabkommen

Dominic Wirth
Merken
Drucken
Teilen
Dominic Wirth

Dominic Wirth

Es war ein Ja mit Ansage, aber doch eines mit Symbolkraft: Die Schweiz ratifiziert das Pariser Klimaschutzabkommen. Darüber wurde im Parlament zwar viel geredet, aber wirklich umstritten war es nicht. Nur beim Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um die Hälfte zu reduzieren, gab es Widerstand, der über die Reihen der SVP hinausging.

Nun steht also fest, dass die Schweiz mitmacht, aber viel mehr als der zeremonielle Akt ist damit nicht erledigt. Der schwierige Teil kommt erst noch. Denn bis jetzt steht nur fest, was die Schweiz erreichen will. Aber sie hat noch nicht entschieden, wie sie das schaffen soll. Der Widerstand, der beim Pariser Abkommen letztlich nicht viel mehr als ein laues Lüftlein war, wird sich in einen ausgewachsenen Sturm verwandeln. Und es wird dann nicht nur die SVP sein, die sich wehrt.

Der Grund dafür ist einfach: Irgendjemandem tut jede Massnahme weh. Und das ist auch gut so. Denn letztlich müssen im Kampf gegen den Klimawandel alle mitmachen, gerade in einem Land wie der Schweiz, das von ihm besonders betroffen ist. Und es müssen auch alle ihre Opfer bringen. Die Autofahrer etwa oder jene, die mit fossilen Energien heizen. Und auch die Firmen.

Es ist absehbar, dass Wirtschaftskreise alles daransetzen werden, das Reduktionsziel im Inland so klein wie möglich zu halten. Natürlich: Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen muss erhalten bleiben. Gleichzeitig sollten wir aber auch an die Chancen denken, die Reduktionsziele im Inland bieten, weil sie innova­tive Lösungen erfordern. Einem symbolischen Akt müssen auch Taten folgen.

Dominic Wirth

nachrichten@luzernerzeitung.ch