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PENSIONSKASSE: Gleiche PK-Abzüge für alle

Das Rentensystem soll in der Schweiz neu aufgestellt werden, um drohender Diskriminierung älterer Arbeitnehmer zu begegnen. Mit diesem Ziel wird jetzt eine Volksinitiative an den Start gebracht.
Thomas Bornhauser
Für ältere Arbeitnehmer können Pensionskassen-Beiträge zum Problem werden. (Bild: Christian Beutler/Keystone (Mitlödi, 15. Juli 2014))

Für ältere Arbeitnehmer können Pensionskassen-Beiträge zum Problem werden. (Bild: Christian Beutler/Keystone (Mitlödi, 15. Juli 2014))

Thomas Bornhauser

Die Angst vor Altersarmut greift auch in der Schweiz um sich. Dies machen die Ergebnisse einer Umfrage deutlich, die von der Credit Suisse in dieser Woche publiziert worden sind.

Demnach rückt die Sorge um die Altersvorsorge erstmals an die Spitze des Sorgenbarometers der Menschen in der Schweiz. Die gescheiterte Altersreform 2020 hinterlässt offenbar Spuren.

Arbeit statt Sozialhilfe

Im Kampf gegen diese Sorgen treten nun zwei Vereine an, die in der breiten Öffentlichkeit bis dato kaum bekannt sind. Und doch wollen sie mit einer Volksinitiative aufs Ganze gehen. Sie nennen sich Workfair 50+ und Verein L.A.R.S.45 plus und sind bislang vor allem in Basel unterwegs. Sie setzen sich für die Reintegration von nicht mehr jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt ein und orientieren sich dabei an der Devise: lieber Arbeit als Sozialhilfe. Vor diesem Hintergrund bringen jetzt führende Köpfe von ihnen eine Volksinitiative an den Start. Diese fordert in grundsätzlicher Abkehr von heute (vgl. Hinweis am Textende) einen altersunabhängigen einheitlichen Beitragssatz für die Pensionskasse (PK).

Einer der massgeblichen Initianten ist der 58-jährige Sozialdemokrat Pierre Bayerdörfer. Er hat in seinem Engagement für die Wiedereingliederung älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt folgende Beobachtung gemacht: Für ältere Stellenbewerber spielen die höheren PK-Beiträge in 70 Prozent der Fälle eine Rolle, auch wenn das keine Firma zugibt. Nichts hält Bayerdörfer hingegen von der Inländer-light-Lösung für den Schutz hiesiger Arbeitnehmer: «Sie bringt nichts ausser Bürokratie.»

Skepsis beim Bundesexperten

Bei der Entwicklung der Altersreform 2020 hatte der Bundesrat eine abgeschwächte Form der jetzigen Initiative ins Spiel gebracht. Konkret wollte die Landesregierung, dass der Beitragssatz ab 45 Jahren nicht mehr steigt. Dies mit dem Ziel, die Sozialkosten älterer Arbeitnehmer für die Arbeitgeber zu dämpfen. Doch das Parlament sagte dazu Nein.

Jürg Brechbühl, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen, hatte den Bundesrat in dieser Frage begleitet. Auf die Frage, wie er die vergleichsweise radikalere Forderung eines altersunabhängigen Einheitssatzes für alle einschätzt, meint der Spitzenbeamte: «Man muss aufpassen, dass nicht ein Problem durch ein anderes ersetzt wird. Man darf nicht eine mögliche Benachteiligung von älteren Personen durch eine Benachteiligung von jüngeren ersetzen.» Zudem sieht Brechbühl ein weiteres Problem. Wenn die geltenden Spielregeln für die heute im Arbeitsprozess stehenden Angestellten zwischen 25 und 65 Jahren nicht tangiert werden sollen, müsste mit einer Übergangsfrist von 40 Jahren gerechnet werden. Und nicht zuletzt stellt Brechbühl die Frage, «wie sich ein solches System auf die Leistungen (der Pensionskassen für die Versicherten) auswirkt».

Derlei Einwänden begegnen die Initianten etwa mit dem Hinweis, dass sie bewusst die Form einer offen formulierten Initiative gewählt hätten. Es sei dann an Bundesrat und Parlament, diesen Grundsatz in der Gesetzgebung bestmöglich umzusetzen.

Hinweis

Heute geltende Beitragssätze: 25–34 Jahre, 7 Prozent. 35–44 Jahre, 10 Prozent. 45–54 Jahre, 15 Prozent. 55–64/65 Jahre, 18 Prozent.

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