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Pfingstlager: 1000 Pfadfinder mehr als letztes Jahr – liegt das an der Klima-Bewegung?

Tausende Jugendliche und Kinder zieht es dieses Wochenende nach draussen. Die Pfadi versteht sich als Vorreiterin der Klima-Bewegung. Profitiert sie davon?
Daniel Fuchs
Zelt aufbauen, Zelt abbauen, und dazwischen viel erleben: Zwei Pfadfinder legen während eines Pfingstlagers übereinander. (Bild: Keystone/MANUEL LOPEZ)

Zelt aufbauen, Zelt abbauen, und dazwischen viel erleben: Zwei Pfadfinder legen während eines Pfingstlagers übereinander. (Bild: Keystone/MANUEL LOPEZ)

Ab morgen Samstag heisst es wieder "Allzeit bereit" im ganzen Land. Tausende Kinder und Jugendliche reisen in der Früh auf irgendeinen Acker ins Pfingstlager. Rund 250 Lager sind es allein bei der Pfadfinderbewegung, der grössten Jugendorganisation der Schweiz. Nach Angaben der Pfadfinder-Zentrale in Bern besuchen heuer 7000 Kinder und Jugendliche ein Pfadi-Pfingstlager, kurz Pfila. Hinzu kommen weit über 2000 Leiterinnen und Leiter. Viele von ihnen haben seit gestern Zeltdörfer aus dem Boden gestampft.

Laut der Pfadi-Zentrale sind es dieses Jahr sogar 1000 Kinder und Jugendliche mehr als letztes Jahr, die ein Pfila besuchen. Die Pfadi-Bewegung in der Schweiz kann seit vier Jahren wieder wachsende Mitgliederzahlen verbuchen und obwohl die Organisationen bei den Pfila in den letzten Jahren keine genaue Statistik geführt hat, geht sie von wachsenden Teilnehmerzahlen aus.

Deutschschweizer Tradition

Die Pfadfinder sind freilich nicht die einzigen Organisationen, die das verlängerte Pfingstwochenende in der Natur verbringen. Die konfessionell geprägten Jungwachten Blauring (Jubla) und Jungscharen organisieren ihrerseits Pfingstlager. Pfila sind fast ausschliesslich ein Phänomen der Deutschschweiz. In der West- und Südschweiz beginnt die Lagersaison üblicherweise erst in den Sommerferien.

Bei Jubla und Jungschar ist die Abkürzung Pfila übrigens genauso verbreitet wie bei Pfadis. Ein paar Deutschschweizer Jungschar-Sektionen haben der grösseren Pfadibewegung sogar die schöne Web-Domain www.pfila.ch vor der Nase weggeschnappt.

Zuger und Basler richten gross an

Besonders freuen dürfen sich dieses Jahr die Pfadfinder im Kanton Zug. Ihre Kantonalsektion feiert ihren 100. Geburtstag mit einem besonderen Programm. Ihr Pfila ist heuer eines der grössten landesweit. Die Zuger lagern übers Wochenende in der Nähe von Cham.

Andere Pfadis fahren für ihre Pfila in andere Kantone. Zum Beispiel die Pfadis aus der Region Basel. Für ihr gemeinsames Pfila reisen 17 Abteilungen aus der Region Basel heute ins Luzernische Zell. Ihr Lager ist üblicherweise das grösste Pfila der Schweiz. Heuer zählen die Basler Organisatoren 650 Anmeldungen, gut 150 Anmeldungen mehr als beim letzten Lager. Das Basler Pfila findet bloss alle zwei Jahre statt, abwechselnd für die 7- bis 10-Jährigen, «Wölfli» genannt, und für die 11- bis 14-jährigen «Pfadi», wie dieses Jahr. Auch das grosse Basler Lager ist mit ein Grund für die Rekordzahlen von diesem Jahr.

Suche nach Freiräumen

Schlafen im Zelt, Essen aus der Gamelle und der Gang zur «Chnebelschissi» – warum gewinnen Pfadi und Pfingstlager an Attraktivität? Marie-Madeleine Stettler, Leiterin des Basler Lagers, sieht die Gründe vor allem im Bedürfnis der Jugendlichen nach Freiräumen. Zwar seien auch die Pfadis und ihre Lager immer strukturierter organisiert, doch im Pfila in der Natur seien die Freiheiten eben grösser als beispielsweise beim Wochenendausflug mit der Familie.

Bei der Schweizer Pfadi-Zentrale in Bern sieht man die Gründe im «langfristigen gesellschaftlichen Outdoor-Trend». Die Organisation schreibt:

«Die Menschen wollen wieder mehr nach draussen und gleichzeitig mehr Sorge zur Natur tragen. Das sind zwei Dinge, für die die Pfadi steht.»

In diesem Sinn sieht sich die Pfadi auch als Teil der Klima-Jugendbewegung, ist sie es doch, die Kindern und Jugendlichen den Umgang mit der Natur und Umwelt auf spielerische Art und Weise näherbringt, wie die Organisation schreibt.

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