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PFLANZENSCHUTZMITTEL: Bund will Gifte aus Heimgärten fernhalten

Der Bund will die Schweizer Gewässer besser schützen. Hobbygärtner sollen vorsichtiger mit Pflanzenschutzmitteln umgehen.
Fabian Fellmann
Bleiben in diesem Jahr von Pflanzenschutzmitteln verschont: Luzerner Obstbäume. (Bild: Arichiv / Neue LZ)

Bleiben in diesem Jahr von Pflanzenschutzmitteln verschont: Luzerner Obstbäume. (Bild: Arichiv / Neue LZ)

Der Bund will künftig eine Liste führen mit Pflanzenschutzmitteln, die für den Heimgebrauch zugelassen sind. Das bestätigt das Bundesamt für Landwirtschaft. Heute schon sind giftige und sehr giftige Stoffe verboten, doch eine Liste mit erlaubten Substanzen gibt es bisher nicht. Zudem prüft der Bund, die Kriterien für die Zulassung von Giften für den Hausgarten weiter zu verschärfen.

Die Massnahmen sind Teil des Aktionsplans Pflanzenschutz­mittel, welchen der Bundesrat im Herbst verabschieden dürfte. In der Vernehmlassung hatten Branchenvertreter wie die Migros die Massnahme begrüsst, weil sie Klarheit schaffe. Hintergrund der Bestrebungen ist, dass in vielen Schweizer Gewässern Spuren von Chemikalien nachgewiesen werden können.

Bessere Informationen beim Kauf

Erst in der vergangenen Woche hat der Bundesrat in einem Bericht des Bundesamts für Umwelt festgestellt, dass der Umgang von Privaten mit Giften noch deutlich verbesserungsfähig ist. Auch davon finden sich Spuren heute in vielen Schweizer Gewässern. «Das Verbot, Herbizide auf Strassen, Wegen, Plätzen und Dachterrassen auszubringen, ist noch zu wenig bekannt», sagt Michael Schärer, Chef der Sektion Gewässerschutz. Dort werden die Gifte einfach weggeschwemmt und gelangen in Wasserläufe oder ins Grundwasser. «Mit den Verkaufsstellen von Herbiziden werden wir besprechen, wie sie die Konsumentinnen und Konsumenten besser über Gewässerschutz-­Aspekte informieren könnten», sagt Schärer. Zur Diskussion stellte das Amt in seinem Bericht an den Bundesrat auch die Einführung obligatorischer Beratungsgespräche beim Kauf von Spritzmitteln gegen Unkraut und Schädlinge. Darauf verzichtet der Bund nun jedoch. Hingegen will er bei den Gesundheitsbetrieben wie Spitälern und Heimen ansetzen, weil in Schweizer Gewässern Rückstände von Medikamenten und beispielsweise Röntgen-Kontrastmitteln gefunden wurden. Bereits wurden schweizweit Abwasserreinigungsanlagen mit zusätzlichen Klärstufen ausgerüstet, um solche Stoffe gründlicher abzubauen, bevor sie in Flüsse und Seen gelangen.

Noch sei jedoch viel Forschungsarbeit nötig, um die Zusammenhänge und Auswirkungen besser zu verstehen, findet der Bundesrat. Sofort umgesetzt werden jedoch Verbesserungen, die keine hochkomplexen und teuren technischen Massnahmen bedingen: Röntgen-Kontrastmittel etwa lassen sich einfach von der Kanalisation fernhalten, sagt Schärer. «Wir werden falls nötig mit der Gesundheitsbranche ­Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Eine einfache Möglichkeit etwa ist, geröntgten Patienten ­einen Urinbeutel mitzugeben.»

Neues Zeichen für heikle Abwasserschächte

Auch der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute versucht, mit einem einfachen Mittel einen Beitrag für saubereres Wasser zu leisten: Bei Abwasserschächten ist oft nicht sichtbar, ob diese in die Kanalisation und in eine Kläranlage führen oder ob sie schmutziges Wasser direkt in einen Bach leiten. Der Verband «hat nun eine Lösung erarbeitet, um Gewässerverschmutzungen aus Unwissenheit vorzubeugen», wie Verbandsdirektor Stefan Hasler dem Branchenheft «Kommunaltechnik» sagte: Eine runde Plakette neben einem Schachtdeckel soll kenntlich machen, wenn die Leitung in ein Gewässer geht. Über 50 Gemeinden haben über 4000 Plaketten bestellt, die derzeit angebracht werden.

Fabian Fellmann

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