Picasso-Parking
Picasso muss wieder bangen

Die Basler Regierung ist auf ihren Entscheid, das Picasso-Parking zu bauen, zurückgekommen.

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Yen Duong

Diese Nachricht überrascht. Das von der Basler Regierung geplante Picasso-Parkhaus im Raum Aeschen mit 314 Parkplätzen soll doch nicht gebaut werden, zumindest vorläufig nicht. Die Exekutive sei auf ihren Entscheid zurückgekommen. Dies gab der Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels gestern Nachmittag an der Medienkonferenz «100 Tage im Amt und 130 Verwaltungsreorganisation» bekannt (siehe Seite 26). Grund für den Beschluss ist die Schenkung Burghof der Roche-Erbin Maja Oeri. An seiner Stelle soll im Jahr 2015 der Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel für 100 Millionen Franken eröffnet werden (die bz berichtete).

Der Projektwettbewerb für den Erweiterungsbau sei momentan im Gange, kommenden November finde die Jurierung des Siegerprojekts statt. «Wir möchten das Verfahren nochmals öffnen», sagte Wessels. Konkret bedeutet dies, dass das Parking Kunstmuseum unter dem St. Alban Graben mit 500 Parklätzen sowie das Parking Picasso unter der Dufourstrasse wieder genau unter die Lupe genommen werden müssen - also zurück auf Feld 1.

«Die Erweiterung des Kunstmuseums und das geplante Parking berühren sich. Je nach dem welches Projekt für den Ausbau des Kunstmuseums ausgewählt wird, könnte es das Parking beeinflussen», begründete Wessels den Entscheid. Die Regierung wolle Anfang 2010 entscheiden, welches der beiden Parkhäuser definitiv realisiert wird.

Voreiliger Entscheid

Die Basler Regierung hatte sich erst letzten Dezember für das Picasso-Parking ausgesprochen. Damals war Barbara Schneider (SP) Baudirektorin. In der damaligen Medienmitteilung hiess es: «Unter Berücksichtigung einer umfassenden Nutzwertanalyse der Projekte stellte sich das Parking Picasso mit 314 Parkplätzen klar als die beste Variante heraus.» Dieses erhielt den Vorzug gegenüber dem Parking Kunstmuseum. Ein weiterer Vorteil des Picasso-Parkings bestehe darin, hiess es weiter in der Mitteilung, dass es im vorgesehenen Erweiterungsbau des Kunstmuseums (Burghof) «zu keiner Reduktion der Ausstellungsflächen durch unterirdische Zufahrtsrampen kommt».

Gegenüber der bz betonte Wessels, dass die Regierung weiterhin an einem Parking im Raum Aeschen festhalte, nur der Zeitplan hätte sich geändert. «Wir wollen erst abwarten, welches Projekt für das Kunstmuseum ausgewählt wird und erst dann über den Parking-Standort befinden», meinte er. Als die damalige Regierung den Entscheid zugunsten des Picasso-Parkings gefällt habe, sei noch nicht klar gewesen, dass der Erweiterungsbau in den Perimeter des neuen Parkings kommen könnte. «Rückblickend kann man sagen, dass der Entscheid voreilig gefallen ist», räumte Wessels ein.

Für das Picasso-Parking hatte die Regierung die Dorenbach Architekten aus Basel beauftragt. Dass die Regierung nochmals über die Bücher gehen will, scheint dort keine Enttäuschung auszulösen. «Wir haben Verständnis», sagte der Architekt Klaus Schuldt der bz. Er sei immer noch überzeugt, dass das Picasso-Parkhaus realisiert wird. «Die Nutzwertanalyse hatte ja gezeigt, dass das Picasso-Parking die beste Variante ist», meinte Schuldt weiter. Wessels hingegen betonte, dass diese Nutzwertanalyse nach Feststehung des Kunstmuseums-Siegerprojekts nochmals verifiziert werde.

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