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POLITIK: Blocher vermisst die Leidenschaft

Alt Bundesrat Christoph Blocher will bei den Schweizern das Interesse für Geschichte wecken. Und fordert heftigere Politdebatten.
Alt Bundesrat Christoph Blocher vor einem seiner Gemälde von Albert Anker. (Bild: Keystone/Christian Schnur)

Alt Bundesrat Christoph Blocher vor einem seiner Gemälde von Albert Anker. (Bild: Keystone/Christian Schnur)

red. Christoph Blocher von einer anderen Seiten: Im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» äussert er sich über Bruder Klaus, Mythen, Leidenschaft in der Politik und das Geschichtsverständnis der Schweiz.

Der SVP-Doyen wird am 2. Januar in Luzern drei Zentralschweizer Persönlichkeiten ehren. Im Zentrum des Anlasses steht Niklaus von der Flüe. Zudem wird Blocher über den Luzerner Politiker Philipp Anton von Segesser und den Maler Robert Zünd sprechen.

Angetan zeigt sich Blocher vor allem von Niklaus von Flües Satz: «Machend den zun nit zu wit.» Ob Bruder Klaus diesen Satz je wirklich so gesagt hat, ist für den alt Bundesrat irrelevant. «In den Mythen ruht – wie oft auch in den Märchen – ein tiefer Sinn.» Sie würden allgemeine Prinzipien und Lebenswahrheiten ausdrücken. Und das Zitat von Bruder Klaus wurde laut Blocher «für die Schweiz ein ganz wichtiger Führungsgrundsatz».

«Leben in geschichtslosen Zeit»

Blocher vermisst heute in der Politik die Leidenschaft. Im 19. Jahrhundert habe es noch leidenschaftliche Dispute zwischen Liberalen und Konservativen gegeben. Blocher: «Das Resultat war dann grossartig!» Dass damals oft auch böses Blut geflossen sei, muss laut Blocher nichts Schlechtes bedeuten: «Hass ist auch ein Zeichen der Anteilnahme und von Leidenschaft. Das gibts heute unter Politikern ja nur selten. Alles liebt sich – leidenschaftslos.»

Blocher will mit seiner jährlich stattfindenden Veranstaltung das Interesse für die Geschichte wecken. Dies sei auch bitter notwendig. «Wir leben leider in einer geschichtslosen Zeit. Die Kinder lernen heute ja die Schweizer Geschichte nicht mehr.» Dies hat laut Blocher System: «Wer den Menschen ihre Geschichte nimmt, macht sie heimatlos. Heimatlose kann man bessern führen, zum Beispiel in die EU.»

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