POLITIK: Twitter-Attacken auf Christa Rigozzi

Ex-Miss Schweiz Christa Rigozzi nahm an einer Diskussion zur zweiten Gotthard-Röhre beim SRF teil. Das sorgt für Kritik.

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Auf Twitter attackiert: Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi (Bild: Keystone)

Auf Twitter attackiert: Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi (Bild: Keystone)

kä. Sie ist schön, blond, gescheit – und politisch. Schon seit längerer Zeit hat sich Christa Rigozzi (Bild, 31) als Befürworterin eines zweiten Gotthard-Strassentunnels geoutet. Ihr Engagement hat der Tes­sinerin gestern einen Auftritt in der «Arena» von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) beschert. An der Seite des SVP-Nationalrats und Fuhrhalters Ulrich Giezendanner duellierte sie sich mit Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpeninitiative, und Evi Allemann, SP-Nationalrätin und Präsidentin des Verkehrs-Clubs der Schweiz.

Heftige Reaktionen

Die Ankündigung von SRF, Rigozzi als prominente Befürworterin in den Ring zu schicken, löste auf der sozialen Plattform Twitter heftige Reaktionen aus. Der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth (Bild) frotzelte, die «Arena» mache sich nun definitiv lächerlich. «Und übermorgen nimmt Beni Turnheer an den Miss-Schweiz-Wahlen teil?», twitterte er. Worauf er noch einen drauflegte und den «Arena»-Machern Vujo Gavric, den Bachelor aus einer Kuppelshow, als Moderator für die nächste Sendung beliebt machte. Die Kurzmeldungen traten eine kleine Lawine los. Die Sendung «Glanz & Gloria» fusioniere mit der «Arena», spottete die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran – worauf sie nach geharnischten Reaktionen klarstellte, sie mache sich über die «Arena» und nicht über Rigozzi lustig.

Marianne Gilgen, Redaktionsleiterin der «Arena», sieht in der Einladung einer Schönheitskönigin für eine Politsendung kein Problem. Bei der Diskussion rund um die zweite Röhre spiele der Kanton Tessin eine zentrale Rolle, sagt sie. Christa Rigozzi sei quasi eine inoffizielle Botschafterin des Tessins und könne die Haltung des Kantons in der Gotthard-Frage sehr authentisch vertreten. Die Twitter-Schlacht nimmt sie gelassen. Sie lese sie mit einem Lächeln – und entgegnet Cédric Wehrmuth: «Als Frau erlaube ich mir eine Gegenfrage: Von was für einer Haltung zeugen solche Äusserungen? Sind gut aussehende Frauen a priori blöd oder inkompetent?» Unsere Zeitung hat diese Frage Wermuth per Whatsapp gestellt – und bis gestern keine Antwort erhalten.

Note 5,5 an der Universität

Fest steht: Rigozzi hat Wermuth etwas vor. Die Tessinerin hat ihr Studium in Medienwissenschaften an der Universität Freiburg abgeschlossen (Note 5,5). Wermuth hingegen kündigte im Frühling erst an, er wolle diesen Herbst seine Lizentiats­arbeit einreichen. Halten wir also fest: Vujo Gavric ist Bachelor, Christa Rigozzi hat einen akademischen Titel – und Wermuths Studium harrt noch immer des Abschlusses.