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POLITTALENT: Sie soll es für die Grünen richten

Die Neuenburgerin Céline Vara hat die Grüne Partei in ihrem Kanton zum Erfolg geführt. Nun gilt sie als Hoffnungsträgerin für die nationalen Wahlen 2019.
Céline Vara (Grüne/NE) (Bild: David Marchon)

Céline Vara (Grüne/NE) (Bild: David Marchon)

Sie ist gross, eloquent und schlagfertig, hat ein breites Lachen und kokettiert gerne mit ihrem Alter. «Eigentlich habe ich den Eindruck, dass meine Karriere zu Ende ist», sagte Céline Vara der Zeitung «L’arcinfo». Denn sie sei schon 33 Jahre alt und seit 15 Jahren in der Politik. Das ist nicht nur etwas frech, sondern auch unbescheiden und vielleicht auch deshalb ungewöhnlich. Denn die Neuenburgerin weiss, dass sie erst noch richtig durchstarten wird. Sie sagt auch gleich selbst wohin es gehen soll. «Mein Platz ist in Bern, weil ich die Bundespolitik kenne.» Eine wichtige Etappe auf dem Weg in die Bundeshauptstadt wird wohl kommenden Samstag fallen. Die Grünen werden die Welsche zur Vize-Präsidentin der nationalen Partei wählen. Zu Varas Vorbildern gehört eine junge Generation von Politikern, die zu reden geben und die Konfrontation wenig scheuen: Lisa Mazzone (Grüne), Ada Marra (SP) oder Philippe Nantermod (FDP).

Dabei muss sie sich eigentlich nichts mehr beweisen, wäre da nicht die Partei, die von ihrer Dynamik für die kommenden Wahlen profitieren will. Die Tochter sizilianischer Einwanderer, die Mutter eine Floristin, der Vater Lagerarbeiter, hat es weit gebracht. Die Anwältin und Mutter einer einjährigen Tochter, studierte als erste in ihrer Familie, wurde mit 21 Präsidentin der Jungen Grünen, mit 24 zuerst ins Gemeindeparlament, später in die Exekutive von Cortaillod gewählt. Ein Dorf mit knapp 5000 Einwohnern und nur wenige Kilometer von Neuenburg entfernt. Gegenüber «Le Temps» sagte sie, die Gemeindepolitik sei die beste Schule für sie gewesen. Ihre Themen: Abfall, öffentliche Transportmittel, ausserschulische Betreuung wie Krippen. Von der Gemeindepolitik hat sie offensichtlich profitiert: Seit zwei Jahren präsidiert sie die Grünen im Kanton Neuenburg. Während die nationale Partei bei den eidgenössischen Wahlen 2015 vier Sitze verlor, legte die Partei bei den Neuenburger Kantonsratswahlen im vergangenen Jahr von zwölf auf siebzehn Sitze zu. Damit erreichte die Kantonspartei unter Varas Führung das beste Resultat seit ihrem Bestehen. Nun soll sie also die Präsenz der Grünen schweizweit stärken und der Partei allenfalls zu einem Bundesratssitz verhelfen.

Doch nicht alle mögen ihr diesen Erfolg gönnen. Für die einen bleibt sie eine junge Frau, die 2001 den Schönheitswettbewerb «Fête des vendanges» gewann – und wie alle Schönheitsköniginnen den Planeten retten will. Darüber hinaus wirft man ihr vor, sie nehme sich zu ernst, doziere, sei wenig kompromissbereit und polarisiere sogar in der eigenen Partei. Die besten Voraussetzungen also, um es in Bundesbern weit zu bringen.

Andrea Tedeschi

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