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Post testet Automaten – aber nicht für KMU

Die Post startet einen neuen Versuch mit Einzahlungsautomaten. Diese akzeptieren allerdings kein Bargeld. Eine Lösung für KMU in Orten ohne Postfiliale lässt weiter auf sich warten.
Maja Briner
Bei der Post ersetzen Automaten den bedienten Schalter. (Bild: Lukas Lehmann)

Bei der Post ersetzen Automaten den bedienten Schalter. (Bild: Lukas Lehmann)

Die traditionelle Poststelle gehört in vielen Dörfern der Vergangenheit an. Fast 500 Filialen sind schweizweit allein zwischen den Jahren 2013 und 2017 geschlossen worden. Viele wurden durch Postagenturen ersetzt: Dorfläden oder Tankstellenshops bieten gewisse Post-Dienstleistungen an – allerdings nicht die ganze Palette. Insbesondere Bareinzahlungen sind nicht möglich. Für Privatkunden hat die Post inzwischen eine Alternative eingerichtet: Sie können ihre Rechnungen bar beim Pöstler bezahlen.

Aussen vor bleiben die Firmen, die ihre Einnahmen einzahlen wollen. Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller kündigte zwar bereits vor einem Jahr eine Lösung an: «Neu bieten wir in Ortschaften mit Agenturen auch Einzahlautomaten an, damit etwa Metzger, Bäcker, Restaurantbesitzer oder Coiffeure kein Bargeld im Geschäft aufbewahren müssen», sagte er in einem Interview mit der Verbandszeitschrift des Schweizer Gemeindeverbands. Doch dieses Angebot gibt es nach wie vor nicht. Mehr noch: Es ist derzeit unklar, ob es überhaupt eingeführt wird.

Die Post testet derzeit zwar neue Automaten. Diese sind aber nicht auf KMU ausgerichtet, sondern auf Privatkunden: Sie sollen an den Automaten ihre Rechnungen begleichen können. Bezahlt werden kann mit Postfinance- oder Debitkarte. In Interlaken, Uster und Lenzburg stehen bereits solche Automaten, weitere folgen in den kommenden Monaten unter anderem in Zürich, Luzern und Freiburg. «Wir sind gespannt auf die Nutzung und die Erkenntnisse», heisst es bei der Post. Diese könnten in weitere Dienstleistungen einfliessen.

Pilotprojekt fällt durch

Für KMU ist eine schnelle Lösung aber nicht in Sicht. Ein erster Bareinzahlungsversuch, den die Post vergangenes Jahr öffentlich ankündigt hatte, verlief im Sand, wie sich nun zeigt. Die Post wollte den Firmen eine Lösung auf Basis ihrer «SecureCube»-Tre­sore anbieten. Dies kam aber nicht gut an: «Aufgrund des zu geringen Interesses bei den angefragten Kunden wurde das Angebot nicht mehr weiterverfolgt», schreibt der Bundesrat in seiner kürzlich veröffentlichten Antwort auf einen Vorstoss von Thomas Egger (CVP/VS). Gleichzeitig machte die Regierung betroffenen Firmen neue Hoffnung: Zurzeit entwickle die Post eine neue, auf KMU zugeschnittene Lösung für die Ablieferung von Tageseinnahmen, schreibt der Bundesrat.

Politiker machen Druck

Das klingt allerdings konkreter, als es tatsächlich ist. Bei der Post heisst es dazu nämlich, man prüfe «eine breite Auslegeordnung von verschiedensten Ansätzen». Als Beispiele wird die Abholung des Bargelds via Botengang, Sicherheitstransporte oder der Einsatz von Automaten genannt. Entscheide dazu seien noch keine gefallen, schreibt Post-Sprecher Oliver Flüeler. Man sei in einem sehr frühen Stadium der Projektentwicklung.

Manchen Politikern droht inzwischen der Geduldsfaden zu reissen. «Dass die Post am ‹Prüfen› ist, mag gut sein, noch besser wäre es aber, ein paar Pilotprojekte direkt zu testen», findet Nationalrat Egger. Der Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete verweist auf eine weitere Entwicklung, die das Problem nochmals verstärke: Auch die Banken zögen sich immer mehr aus den Bergdörfern zurück und liessen nicht einmal mehr Bankomaten da. «Es gibt also eine Lücke, die sich in Bergdörfern tendenziell noch verschärfen wird.»

Verständnis für die Post äussert Thomas Ammann, Präsident des Postagenturverbands und St. Galler CVP-Nationalrat. Auch er findet zwar, es brauche ein Angebot für KMU mit eigenem Bargeldkundenverkehr. Eine gute Lösung zu finden sei aber nicht einfach, wie die laufenden Bestrebungen zeigten. «Ich bin davon überzeugt, dass die Post die Bedürfnisse der KMU ernst nimmt», erklärt er. Der Post sei durchaus bewusst, dass auch dieses Kundensegment zum Grundversorgungsauftrag gehöre.

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