PRÄIMPLANTATIONSDIAGNOSTIK: Bundesrat Berset plädiert für ein Ja

Am 5. Juni entscheidet dass Stimmvolk, ob im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib untersucht werden dürfen. Bundesrat Alain Berset hat am Montag vor den Medien für ein Ja plädiert. Die Voraussetzungen seien streng, betonte er.

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Sollen Embryonen genetisch untersucht werden können? Bundesrat Alain Berset orientiert über das neue Fortpflanzungsmedizingesetz. (Bild: Keysteone)

Sollen Embryonen genetisch untersucht werden können? Bundesrat Alain Berset orientiert über das neue Fortpflanzungsmedizingesetz. (Bild: Keysteone)

Mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) hat sich das Stimmvolk schon letztes Jahr befasst. Es stimmte einer Verfassungsänderung zu, welche die Voraussetzung dafür schafft. Nun geht es um die Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes. Heute verbietet dieses die PID.

Der Bundesrat und das Parlament wollen das Verbot nun aufheben. Der Bundesrat wollte die PID ursprünglich nur jenen Paaren erlauben, die Träger schwerer Erbkrankheiten sind. Das Parlament ging jedoch weiter: Die PID soll auch jenen Paaren offen stehen, die ohne künstliche Befruchtung keine Kinder bekommen können. Bei diesen Paaren können die Embryonen auf bestimmte genetische Eigenschaften hin untersucht werden, etwa auf Chromosomenanomalien.

Diese Erweiterung sei aus Sicht des Bundesrates «absolut akzeptabel», sagte Berset vor den Medien. Alle weitergehenden Anwendungen der PID blieben verboten, betonte er. So dürften auch in Zukunft kein Embryonen aufgrund ihres Geschlechts oder anderer Körpermerkmale wie der Augenfarbe ausgewählt werden.

(sda)