Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

PRÄSIDIUM: Ein Netzwerker soll den Kostenanstieg stoppen

FDP-Ständerat Josef Dittli wird Nachfolger von Ignazio Cassis beim viel gescholtenen Krankenkassenverband Curafutura. Die Kritik am Verband versteht er nicht.
Josef Dittli, OK-Präsident 100 Jahre FC Altdorf: «Altdorf siegt mit 2:1, weil den Genfer Ballkünstlern mit Urner Kampfwillen der Schneid abgekauft wird.» (Bild: PD)

Josef Dittli, OK-Präsident 100 Jahre FC Altdorf: «Altdorf siegt mit 2:1, weil den Genfer Ballkünstlern mit Urner Kampfwillen der Schneid abgekauft wird.» (Bild: PD)

Es ist eines der best bezahlten Ämter der Schweizer Politik, doch auch eines der umstrittensten: das Präsidium des Krankenkassenverbands Curafutura. Der frühere Verbandspräsident Ignazio Cassis wurde von der Linken als raffgieriger Kofferträger von Einzelinteressen verspottet, bevor er in den Bundesrat gewählt wurde. Nun hat der Verband einen Nachfolger gefunden. Es ist der frühere Regierungsrat und aktuelle Urner FDP-Ständerat Josef Dittli. Als ehemaliger Finanzdirektor kenne er die Rolle der Kantone im Gesundheitswesen bestens, begründete der Verband die Wahl von Dittli. Zudem gehöre er seit zwei Jahren der Gesundheitskommission des Ständerats an.

Doch ist das Amt überhaupt noch reizvoll? Wirken die harten Angriffe auf den Vorgänger nicht abschreckend? «Im Gegenteil», sagt Dittli, «das hat mich eher angespornt.» Mit dem Vorwurf der Interessenverstrickung zwischen Politik und Krankenkassen kann der 60-Jährige wenig anfangen. «Es ist höchst ungerecht, dass Vertreter der Krankenkassen verunglimpft werden, während das Lobbying der Ärzte, Bauern oder Umweltverbände stillschweigend akzeptiert wird.» Dittli sagt, er verstehe die Empörung nicht, Politik sei doch immer Interessenvertretung. Angst vor künftigen Anfeindungen hat er nicht. «Wenn ich allfälliger Kritik von vornherein ausgewichen wäre, wäre ich ganz sicher nie in der Politik gelandet», sagt Dittli.

Zu Kritik Anlass gab bei Cassis die üppige Entlöhnung. 180000 Franken jährlich kassierte er für das Nebenamt. Wie viel sind es bei Dittli? 140000 Franken, sagt er. Die Entschädigung habe für ihn allerdings eine untergeordnete Bedeutung. «Was mich interessiert, ist die Führungsaufgabe in einem wichtigen Politikbereich des Landes», sagt er.

Geführt hat Dittli in der Tat viel in seinem Leben. 19 Jahre arbeitete der Oberst als Berufsoffizier der Schweizer Armee. Er war Gemeindepräsident seiner Heimatgemeinde Attinghausen, später Urner Sicherheits- und Finanzdirektor für insgesamt 12 Jahre. Daneben organisierte er als OK-Präsident Anlässe wie das Kantonale Schützenfest, das Innerschweizer Schwingfest oder den Schweizer Volksmusiktag. Leute, die mit ihm zusammenarbeiten, beschreiben ihn als ausgeprägten Teamplayer, der aufmerksam zuhöre und gut vermitteln könne. Ein geborener Netzwerker sei er.

Dittli hatte es einst geschafft, den ägyptischen Investor Samih Sawiris ins strukturschwache Andermatt zu holen. Nun soll ihm bei Curafutura ein ähnliches Paradestück gelingen. Das Schweizer Gesundheitswesen ist chronisch zerstritten. Ärzte, Spitäler, Krankenkassen und die Pharmabranche haben häufig diametral entgegengesetzte Interessen. Die Vermittlungsarbeit dürfte dem zweifachen Familienvater so schnell nicht ausgehen.

Roger Braun

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.