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Preise für Heizöl und Benzin steigen in der Schweiz nach Drohnen-Angriff in Saudi-Arabien

Die Attacke trieb den Rohöl-Preis an der Börse um zwanzig Prozent nach oben. Mittlerweile hat er sich bei etwa zwölf Prozent eingependelt. Doch der Anstieg bedeutet: Heizöl und Benzin werden teurer.
Leo Eiholzer
Der Angriff im saudi-arabischen Abkaik liess den Rohöl-Preis stark steigen. (Quelle: AP)

Der Angriff im saudi-arabischen Abkaik liess den Rohöl-Preis stark steigen. (Quelle: AP)

Wie die schwarzen Rauchwolken über der Raffinerie im saudi-arabischen Abkaik schoss gestern auch der Ölpreis an den Börsen in die Höhe. Wegen des Angriffs muss das Wüsten-Königreich seine Ölförderung um die Hälfte reduzieren, was fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion entspricht. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent stieg gestern in den ersten Sekunden nach Börsenöffnung um fast zwanzig Prozent auf 71 Dollar. Danach sank er wieder, stand am Montagabend aber noch immer bei zwölf Prozent plus.

«Wer den Tank seiner Ölheizung füllen muss, sollte das eher früher als später machen, denn in der Tendenz wird der Heizöl-Preis wohl steigen.»

Das wird sich auf die Heizöl- und Benzinpreise in der Schweiz niederschlagen. «Die Preise für den Endverbraucher werden entsprechend dem Rohöl-Preis anziehen», sagt Roland Bilang, Geschäftsführer von Avenergy Suisse, ein Interessensverband von Erdöl-Importeuren. Der Heizöl-Preis werde prozentual eher stärker steigen als der Benzinpreis, da beim Benzin mehr Steuern als Puffer wirken können. «Wer den Tank seiner Ölheizung füllen muss, sollte das eher früher als später machen, denn in der Tendenz wird der Heizöl-Preis wohl steigen.»

Bilang relativiert allerdings den Anstieg an der Börse: «Im August lag der Ölpreis aussergewöhnlich tief. Deshalb liegt der Preis nach dem Anstieg innerhalb des üblichen Rahmens. Dort wird er sich nun einpendeln.» Extrem sei allerdings die Geschwindigkeit gewesen, wie der Kurs in die Höhe schoss, was Bilang auf «spekulative Geschäfte» zurückführt.

Für die Staaten des OPEC, ein Kartell, dem fünf der zehn grössten Erdölförderer der Welt angehören, ist der Angriff schon fast ein Segen; bis auf Saudi-Arabien, dessen Ölindustrie mitten ins Herz getroffen wurde. Die OPEC-Staaten hätten sich bereits Massnahmen überlegt, wie der Ölpreis hätte gehoben werden können, sagt Bilang. Nun kam der Angriff.

Die Saudi-Arabier haben Angst, dass Sie ihren Marktanteil verlieren

Unklar ist, wie schnell das Königreich seine Förderung wieder hochfahren kann. Laut «Wall Street Journal» hat Saudi-Arabien den anderen OPEC-Mitgliedern versichert, dass es seine Staats-Reserven anzapft, um Öl exportieren zu können. Die Führung des Königreichs hat offenbar Angst, dass andere Länder den Saudi-Anteil am Markt übernehmen. Russland, das nicht zur OPEC gehört, mit dem Kartell aber kooperiert und weltweit am zweitmeisten Erdöl fördert, hält sich momentan noch zurück. Im Moment gebe es ziemlich grosse Reserven auf der Welt, um den Rückgang der saudischen Produktion auszugleichen, wurde der russische Energieminister Alexander Novak von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert.

US-Präsident Donald Trump twitterte am Sonntagabend, er habe die Entnahme von Öl aus den strategischen Reserven der USA autorisiert. Kurz darauf sendete er einen Tweet mit den Worten: «PLENTY OF OIL!» (Originalschreibweise), zu deutsch etwa: «Reichlich Öl!».

Trump hat auf Twitter auch angedeutet, dass die USA für eine militärische Intervention bereitstünden. Klar ist, dass neben den verheerenden Auswirkungen eines Krieges in diesem Fall auch der Ölpreis in viel stärkerem Ausmass steigen würde als in den vergangenen Tagen.

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