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PRO/CONTRA: Sollen Bahnhöfe rauchfrei werden?

Die Redaktoren Marco Morosoli und Andrea Häusler diskutieren über das geplante Rauchverbot der SBB.
Marco Morosoli

Marco Morosoli

Pro

Endlich. Die SBB möchten ab dem Fahrplanwechsel 2018 auf ihren Bahnhöfen das Rauchen verbieten. Vor zwei Jahren hat die Staatsbahn noch verlauten lassen, dass eine solche Massnahme nichts bringe. Vielmehr werde auf die Eigenverantwortung der Kunden gesetzt. Das hat – wenig überraschend – nicht funktioniert. So findet der Reisende oft rund um vorhandene Aschenbecher Zigarettenstummel, die in der Summe einem Teppich gleichen.

Die Zeit für eine Zigarette nimmt sich der Konsument wohl, bei der Entsorgung der Überbleibsel des Nikotinschubes fehlt ihm diese jedoch. Noch viel schlimmer sind die Raucher, die vor der Einfahrt des Zuges noch kurz eine Zigarette anzünden, ein paar Züge nehmen und diese dann lässig ins Schotterbett befördern. Dies im Glauben, damit Gutes zu tun. Das Gegenteil ist der Fall. Die Filter bekommen dem Schotterbett gar nicht und müssen mühsam aufgesammelt werden. Kostenpunkt pro Jahr, um die Stummel wieder einzusammeln: rund 4 Millionen Franken. Diese Summe könnte sinnvoller verwendet werden.

Es wäre zudem angebracht, dass die Bahnpolizei Bussen für Littering aussprechen könnte. Sie würde reiche Beute machen, denn vieles, was nutzlos geworden ist, wird einfach der Schwerkraft überlassen. Von gratis aufliegenden Presseerzeugnissen bis zur Getränkeflasche oder zu einer Dose für den speziellen Kick. Der öffentliche Raum verkommt so zu einer Visitenkarte, auf die niemand stolz sein kann. Der Entrüstungssturm wegen des Rauchverbots wird sich legen. Züge
mit Raucherabteilen vermisst ja heute auch keiner mehr.

Marco Morosoli, Redaktor

Contra

Es war absehbar. Die Hexenjagd auf jene, die dem Glimmstängel trotz Antiraucherkampagnen, Schockbildern, Warnhinweisen und Preiserhöhungen nicht abgeschworen haben, ist mitnichten ausgestanden. Nachdem sich das Rauchverbot in öffentlichen Räumen, Restaurants und Grossraumbüros (richtigerweise) etabliert hat, greift die Reglementierung schleichend nach dem Freiluftbereich: auf Vorplätze, Spielplätze und nun, ganz konkret, auf die Bahnhöfe der SBB.

Die Begründungen sind, über den internationalen «Druck» hinaus, dürftig. Logischerweise. Denn, mit dem Nichtraucherschutz kann das Outdoor-Rauchverbot nicht gerechtfertigt werden. Und wer mit «Prävention» argumentiert, müsste auch den Alkoholkonsum am Bahnhof verbieten. Darum schert sich (noch) niemand. So, wie darüber hinweggeschaut wird, dass ein Rauchverbot im Freien schwer kontrollier- und damit durchsetzbar ist. Das Littering-Gesetz lässt grüssen. Die Gesellschaft – oder zumindest ein stattlicher Teil derselben – hat sich nun einmal auf die Raucher als Ursache fast jedes gesundheitlichen Übels eingeschossen. Entsprechend dem aktuellen Zeitgeist, der ein gesundheitsbewusstes, risikoarmes Leben verlangt.

Rauchen unter freiem Himmel – in rücksichtsvoller Distanz zu Nichtrauchern – beeinträchtigt die Lebensqualität der Allgemeinheit kaum. Im Gegensatz zu den Folgen der zunehmenden Tendenz des Staates, mit bevormundenden, moralisierenden und erzieherischen Regelungen in Bereiche einzugreifen, in denen der einzelne Bürger kraft seiner Freiheit entscheidungsbefugt sein sollte.

Andrea Häusler, Redaktorin

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