Prominente Unterstützung für Gegner des Vaterschaftsurlaubs: Stadler-Patron Peter Spuhler sitzt neu im Nein-Komitee

Bahnunternehmer Peter Spuhler bekämpft den Vaterschaftsurlaub aktiv. Das Nein-Komitee verspricht sich viel Strahlkraft dank des Supports des ehemaligen Thurgauer SVP-Nationalrats - und argumentiert mit der Coronakrise.

Kari Kälin
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Schaltet sich in die Debatte um den Vaterschaftsurlaub ein: Bahnbauer Peter Spuhler.

Schaltet sich in die Debatte um den Vaterschaftsurlaub ein: Bahnbauer Peter Spuhler.

Bild: Andrea Stalder

Sollen Väter zwei Wochen staatlichen Vaterschaftsurlaub erhalten? Über diese Frage stimmt das Volk am 27. September statt. Jetzt vermelden die Gegner des neuen Sozialwerks einen namhaften Zuzug.

Peter Spuhler, ehemaliger Thurgauer SVP-Nationalrat und Verwaltungsratspräsident von Stadler Rail, sitzt neu im überparteilichen Co-Präsidium des Nein-Komitees. Stadler-Patron Spuhler ist ein erfolgreicher Bahnbauer, der sich auch nach seinem Rücktritt aus der Politik immer wieder in aktuelle Debatten einmischt. Zum Leidwesen seiner Partei verteidigte er die Bilateralen und lehnt die Begrenzungsinitiative, über die ebenfalls am 27. September abgestimmt wird, ab.

Die Thurgauer SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr.

Die Thurgauer SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr.

Bild: Keystone

Eingefädelt hat das Engagement die Thurgauer SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr. Die Unternehmerin freut sich, dass mit Spuhler ein landesweit bekannter und weltweit erfolgreicher Unternehmer im Nein-Komitee mitwirkt. «Das stärkt unsere Glaubwürdigkeit und offenbart, wie wichtig ein Nein im September ist», sagt Gutjahr, die im Co-Präsidium des Nein-Komitees wirkt. Die Coronakrise verdeutliche noch stärker, dass sich die Schweiz keinen weiteren Ausbau der Sozialwerke leisten könne.

Susanne Brunner vom Nein-Komitee pflichtet bei: «Die Bürger realisieren, dass jetzt nicht auch noch staatlich bezahlte Ferien für Neoväter leisten können, sondern die Sozialversicherungen zur Linderung echter Notfälle dienen sollen», sagt die Unternehmerin, die für die SVP im Zürcher Stadtparlament politisiert.

Befürworter verlangen Investition in Familie

Die Befürworter des Vaterschaftsurlaubs hingegen argumentieren, die Coronakrise habe viele KMU in existenzielle Nöte gebracht. Ein staatlicher Vaterschaftsurlaub sei deshalb umso wichtiger, um im Wettbewerb um Fachkräfte nicht an Attraktivität einzubüssen. Viele Grossunternehmen würden bereits einen Vaterschaftsurlaub anbieten, schreibt der «Vaterschaftsurlaub jetzt!» in einer Medienmitteilung. Gerade jetzt, bei wirtschaftlich unerfreulichen Prognosen, müsse die Schweiz in die Zukunft und damit in die Familien investieren. Es werde ein Zeit nach Corona geben. «Aber eine Schweiz ohne Familienpolitik ist noch vorstellbar», heisst es weiter.

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