Raserinitiative

Rasend zum Unterschriftenrekord

73 250 Unterschriften in knapp vier Monaten. Damit stehen die Chancen gut, dass die Raserinitiative einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellt.

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Keystone

Jessica Pfister

Raser gehören von der Strasse verbannt. So will es die Volksinitiative «Schutz vor Rasern». Nach einer langen Vorbereitungszeit hat die Strassenopfervereinigung Roadcross am 27. April dieses Jahres die Unterschriftensammlung gestartet. Von da an ging es rasend schnell.

Heute, nur gerade drei Monate und 17 Tage später haben bereits 73 250 Personen das Anliegen unterschrieben. Geht es in diesem Tempo weiter, steht einem neuen Geschwindigkeitsrekord bei der Unterschriftensammlung nichts mehr im Weg.

Hausarztmedizin vor SVP-Ausschaffung

Wie ein Blick auf die Volksinitiativen der letzten fünf Jahre verrät, stellt diesen Rekord bis anhin das Volksbegehren «Ja zur Hausarztmedizin», mit sechs Monaten und zwei Tagen Sammelzeit - dicht gefolgt von der Ausschaffungsinitiative der SVP mit sieben Monaten und fünf Tagen. Ebenfalls schnell beisammen waren die 100 000 nötigen Unterschriften für ein flexibles AHV-Alter und die Klima-Initiative mit jeweils neun Monaten.

«Klar freuen wir uns, dass unser Anliegen den Nerv vieler Schweizerinnen und Schweizer getroffen hat», sagt Roadcross-Geschäftsführerin Valesca Zaugg auf Anfrage. Sie stellt aber auch klar: «Ein Geschwindigkeitsrekord war nie unser Ziel.» Auch wenn es irgendwie zum Kontext der Initiative passe, sei viel wichtiger, dass das Thema präsent bleibe und dazu eine sachliche Diskussion geführt werde.

Keine Eile

Doch offenbar geht es vielen vor allem darum, dass die Initiative, die unter anderem eine härtere Bestrafung von Rasern fordert, schnell vors Volk kommt. «Eigentlich wollten wir die Unterschriften erst im nächsten Frühling einreichen, nun müssen wir wohl nochmals über die Bücher», so Zaugg. Theoretisch haben die Initianten keine Eile: Die Sammelfrist läuft nämlich erst Ende Oktober 2011 ab.