Pandemie
Rettungsaktion wegen Corona: Schweizer Diplomaten mit der Rega evakuiert

Weil Angestellte von Auslandsvertretungen ernsthaft erkrankten, wurden sie aus Südamerika und dem Kaukasus ausgeflogen. Vielerorts ist die Lage für das Diplomatische Corps schwierig.

Sven Altermatt
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Die Rega flog die erkrankten Diplomaten aus.

Die Rega flog die erkrankten Diplomaten aus.

Bild: Walter Bieri/Keystone

Es waren stürmische Stunden im eidgenössischen Aussendepartement. Für einmal ging es nicht um die grosse Weltpolitik, sondern um gesundheitliche Notfälle eigener Leute. Die Crew von Bundesrat Ignazio Cassis musste schnell handeln. So zumindest berichten es Insider: Schweizer Diplomaten im Ausland erkrankten ernsthaft an Covid-19. Weil die medizinische Versorgung ihrer Gastländer aber unzureichend war, wurden sie von Jets der Rettungsflugwacht Rega evakuiert und in ihr Heimatland ausgeflogen.

Das Aussendepartement bestätigt entsprechende Informationen der Redaktion von CH Media. Ein Sprecher spricht von zwei medizinischen Rückflügen mit der Rega: einer aus Südamerika und einer aus der Kaukasusregion. In welcher Botschaft oder in welchem Konsulat die betroffenen Diplomaten genau stationiert sind, dazu äussert sich das Departement nicht. Ebenso wenig zur Frage, ob sich der gesundheitliche Zustand der beiden Betroffenen unterdessen verbessert hat. «Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes können wir darüber keine Angaben machen», sagt der Sprecher.

Der Entscheid, die Angestellten zu evakuieren, hätten die Rega-Ärzte in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten vor Ort getroffen. Das Departement betont, dass die Angehörigen des Diplomatischen Corps in erster Linie vor Ort medizinisch betreut werden. Der Sprecher erklärt weiter:

«Sollte sich die Gesundheitssituation eines Mitarbeitenden massgeblich verschlechtern und eine angemessene medizinische Versorgung vor Ort nicht möglich sein, wird eine Evakuation mit der Rega in Betracht gezogen»,

Sorgen wegen der Durchhaltefähigkeit?

Das Departement beobachtet die Durchhaltefähigkeit seiner Auslandsvertretungen mit zunehmender Sorge, wie es mit der Sache vertraute Personen beschreiben. Täglich würden neue Covid-19-Fälle beim Personal gemeldet, und besonders in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung und angespannter Sicherheitssituation sei die Lage schwierig.

Offiziell nimmt das Aussendepartement dazu nicht Stellung. Die Mitarbeitenden leisteten insbesondere während der Coronakrise «einen grossen Einsatz vor Ort unter zum Teil schwierigen Bedingungen», sagt der Sprecher und betont: «Die Durchhaltefähigkeit des Aussennetzes ist gewährleistet.»

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