Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

REVISION: Neues Jagdgesetz lockert den Schutzstatus

Hirsche im ganzjährigen Jagdbanngebiet Weisstannental, das zum Revier der Calanda-Wölfe gehört.

Hirsche im ganzjährigen Jagdbanngebiet Weisstannental, das zum Revier der Calanda-Wölfe gehört.

In der Schweiz unterstehen alle wild lebenden grossen Säugetiere dem Jagdgesetz. Es wird derzeit revidiert. Der vom Bundesrat verabschiedete Entwurf sieht weitreichende Änderungen im Umgang mit dem Wolf vor. Zwar soll der Wolf im Grundsatz eine geschützte Art bleiben und nicht regulär bejagt werden, aber die Hürden werden tiefer gesetzt.

Der Wolf wird im Gesetz neu als Tierart namentlich erwähnt und als regulierbar bezeichnet. Die Bewilligungen zur Regulierung sollen neu die Kantone erteilen können. Der Bund muss nur angehört werden. Es bedarf keiner formellen Zustimmung mehr. Wölfe sollen demnach im Zeitraum vom 16. September bis 31. Januar reguliert werden können. Eine weitere grundlegende Änderung könnte sein, dass die Regulierung des Bestandes auch präventiv möglich wäre und nicht erst, nachdem die Wölfe Schäden angerichtet haben. Abschüsse wären möglich für «den Schutz der Lebensräume oder die Erhaltung der Artenvielfalt» oder auch für «die Verhütung von grossem Schaden oder einer konkreten Gefährdung von Menschen, die durch zumutbare Schutzmassnahmen nicht erreicht werden kann».

Im selben Atemzug heisst es aber auch, dass «Regulierungen (…) den Bestand der betreffenden Population nicht gefährden dürfen». Die Regelung der weiteren Einzelheiten würde auf Stufe der Jagdverordnung geschehen, die nach der Inkraftsetzung des Gesetzes ebenfalls revidiert werden müsste. Ein solcher Entwurf liegt noch nicht vor. Es wurde aber im Rahmen der Vernehmlassung bereits vorgeschlagen, wie die Regelungen aussehen könnten.

Es würde weiterhin der Grundsatz beibehalten, dass eine Regulierung nur bei Rudeln möglich wäre, die sich fortpflanzen, und dass weiterhin nur Jungtiere und dabei maximal die Hälfte des Wurfes getötet werden dürfen. Eine Zerstörung der Rudel wäre nicht das Ziel, da dies den Bestand der Population gefährden würde.

Zudem wird Herdenschutz im entsprechenden Rudelgebiet der Wölfe vor­ausgesetzt. So wird in den Erläuterungen zum Revisionsentwurf des Jagdgesetzes erklärt, dass die Regulation beispielsweise dann stattfinden könnte, «wenn bei Nutztieren, für die sämtliche zumutbaren Schutzmassnahmen getroffen worden sind, erste Schäden entstehen» und weitere Schäden vorhersehbar sind. Es gäbe also kein Schadenmass mehr, das für einen Abschuss erreicht werden müsste. Die Revision des Jagdgesetzes wird im kommenden Jahr im Parlament erfolgen. (bor)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.