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RÜTLI: Guisan soll neuer Ansporn sein

Gestern wurde des historischen Rapports gedacht. Die Offiziersgesellschaft wusste dies geschickt zu nutzen.
Gelöste Atmosphäre: Am Rande der Feier zum historischen Rütlirapport unterhalten sich Verteidigungsminister Ueli Maurer und alt Bundesrat Adolf Ogi. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Gelöste Atmosphäre: Am Rande der Feier zum historischen Rütlirapport unterhalten sich Verteidigungsminister Ueli Maurer und alt Bundesrat Adolf Ogi. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

sermîn Faki

Das Militärspiel der elften Panzerbrigade spielte «I Just Called To Say I Love You» von Stevie Wonder, als die Festgemeinschaft auf dem Rütli eintraf. Besser konnte man den Unterschied zwischen dem 25. Juli 1940 und dem 25. Juli 2015 nicht verdeutlichen. Und doch sah die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG), die zur Gedenkfeier geladen hatte, vor allem Parallelen zu jenem Tag vor 75 Jahren, an dem General Henri Guisan im Zweiten Weltkrieg seine Offiziere am Gründungsort der Eidgenossenschaft um sich versammelt und die Réduit-Strategie vorgestellt hatte. «Obwohl die geopolitische Situation im Jahr 2015 grundlegend anders ist als im Juli 1940», wie SOG-Präsident Brigadier Denis Froidevaux in seiner Festansprache sagte. Doch wie 1940 sei die Schweiz auch heute nicht auf eine potenzielle Bedrohung vorbereitet.

Scharfe Worte an die Politik

450 Offiziere und geladene Gäste (darunter ein Enkel Guisans samt Familie) waren aufs Rütli gekommen, um an die denkwürdige Rede des Generals zu erinnern, die die Willensnation in einer Zeit grosser Verunsicherung die Schweiz war von den Achsenmächten umzingelt – einte wie nichts sonst. «Der Rütlirapport hat sich ins Schweizer Gedächtnis eingebrannt», brachte es die Urner Landammännin Heidi Z’graggen in ihrer Grussbotschaft auf den Punkt. Die SOG nutzte den Festakt aber auch, um einmal mehr zu bekräftigen, dass die Armee die Unterstützung der Politik brauche, um das Land zu schützen. Ein Grosseinmarsch, wie ihn Guisans Zeitgenossen befürchteten, drohe zwar nicht, sagte Froidevaux. Doch auch heute gebe es mannigfaltige Gefahren vom Cyberwar bis hin zum Terrorismus. Trotz dieser unsicheren Lage verweigere man der Armee die Mittel und mache sie stattdessen zum Spielball in einem «unwürdigen politischen Spektakel». «Wir brauchen eine Armee mit 100 000 Mann und 5 Milliarden Franken», forderte der SOG-Präsident in Bezug auf die Armeereform, die in der letzten Session vom Parlament vorerst versenkt wurde.

Besondere Kritik übten die Offiziere am Bundesrat. Dessen angekündigtes Sparprogramm sei «nicht akzeptabel», so Froidevaux. Die Armee sei kein Stück Fleisch, von dem man einfach etwas wegschneiden könne, bis nur noch der Knochen übrig sei. Er kündigte an, dass die SOG alle demokratischen Mittel ausschöpfen werde, um die Armee für die kommenden 20 Jahre zu rüsten. Auch eine Volksinitiative sei eine Möglichkeit. «Wir sind nicht nur Armeeangehörige, wie sind auch Bürger», sagte Froidevaux.

Maurer unterstützt Offiziere

Bundesrat Ueli Maurer, der Guisan als grossen Staatsmann bezeichnete, der den wohl wichtigsten politischen Akt im Zweiten Weltkrieg vollbracht habe, stellte sich demonstrativ vor seine Offiziere. Er appellierte an den von Guisan verkörperten Willen zum Widerstand und zur Bewahrung der Unabhängigkeit der Schweiz. In der Armee sei dieser Wille noch immer stark verankert, so Maurer in seiner Rede. «Wenn ich aber in die Politik schaue und die kleinkarierten Diskussionen um die Finanzen beobachte, habe ich meine Zweifel.» Damit stellte Maurer ebenfalls einmal mehr klar, dass auch er gedenke, für eine 5-Milliarden-Armee zu kämpfen.

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