SBB zeigt sich trotz Billettpflicht kulant

Die SBB lenkt ein: Sie will künftig nicht mehr alle Fahrgäste büssen, die kein gültiges Billett vorweisen können. Wer etwa einen leeren Akku hat oder sein Online-Ticket vergessen hat, zahlt nur noch 30 Franken.

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Ein Kondukteur kontrolliert ein Ticket (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Ein Kondukteur kontrolliert ein Ticket (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Bern. Seit Einführung der Billettpflicht Ende 2011 hatte das Bussenregime für Ärger gesorgt. Deshalb hat die SBB auf den 1. Juni Sofortmassnahmen beschlossen, wie sie am Dienstag mitteilte. Unternehmenschef Andreas Meyer wird im Communiqué mit den Worten zitiert, er «möchte nicht, dass langjährige und treue Kunden für ein einzelnes Missgeschick in jedem Fall gebüsst werden». Gerade diese Kunden hätten «eine angemessene Kulanz» verdient.

Bisher mussten beispielsweise Fahrgäste, die ihre Mobile-Ticket wegen eines leeren Handy-Akkus nicht vorweisen konnten oder ihr Online-Billett vergessen hatten, einen Zuschlag von 90 Franken zahlen - zumindest theoretisch. Wie SBB-Sprecherin Lea Meyer auf Anfrage der sda sagte, seien Kontrolleure schon seit Längerem kulant mit betroffenen Kunden umgegangen.

Ab dem 1. Juni nun ist diese Kulanz offiziell festgelegt, und zwar für den ganzen öffentlichen Verkehr, nicht nur bei der SBB. Reisende, die aus den erwähnten Gründen kein gültiges Billett vorweisen können, erhalten künftig vom Inkassocenter eine Rechnung über 30 Franken.

Zudem müssen diese Tickets neu erst gelöst sein, wenn der Zug wirklich abfährt. Bisher war die Abfahrtszeit gemäss Fahrplan ausschlaggebend. (sda)