Schädliches Zückerchen

Tobias Gafafer über die vom Bund geplante Neuauflage der Steuerreform.

Tobias Gafafer
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Tobias Gafafer

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Nach dem Nein zur Unternehmenssteuerreform hat eine Arbeitsgruppe von Bund und Kantonen zügig einen Plan B vorgelegt. Sie hat aus Fehlern gelernt und die Städte einbezogen. Die Vorlage trägt wichtigen Kritikpunkten Rechnung. Dass es eine Reform braucht, bestreitet kaum jemand. Unter Druck des Auslands muss die Schweiz Steuerregime abschaffen und mit Ersatzmassnahmen dafür sorgen, dass die Abgabenlast für die rund 24000 betroffenen Firmen nicht explodiert. Die von Ueli Maurer geleitete Gruppe kommt der Linken entgegen. Konzessionen sind angesichts des klaren Volksneins unumgänglich. Neue Steuer­rabatte sollen eingeschränkt, der umstrittenste Abzug gestrichen und die Dividendenbesteuerung erhöht werden. Diese Kröten sind einfacher zu schlucken, wenn alle Kantone rasch sagen, wie stark sie ihre Gewinnsteu- ern senken wollen. Nur gut gemeint ist dagegen der Vorschlag, allen Kantonen auch höhere Kinderzulagen aufzuzwingen. Das droht kleine und grosse Firmen gegeneinander auszuspielen, indem das Gewerbe den Eindruck erhält, es zahle die Zeche für die Reform. Eine ausgewogene Vorlage hat auch ohne ein fragwürdiges Zückerchen eine Chance.

Tobias Gafafer

schweiz@luzernerzeitung.ch