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Schleppen Asylbewerber Tuberkulose ein?

In Deutschland kennt man das Problem seit 2015: Asylbewerber erkranken öfter an Tuberkulose. SVP-Nationalrat Adrian Amstutz greift nun diese Problematik in der Schweiz auf.
Othmar von Matt
Adrian Amstutz stellt dem Bundesrat die Tuberkulose-Frage. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Adrian Amstutz stellt dem Bundesrat die Tuberkulose-Frage. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Seit der Flüchtlingskrise gibt es in Deutschland wieder mehr Tuberkulose-Fälle. Das aktive Röntgenscreening von Asylsuchenden habe gezeigt, dass jede fünfte Turberkulose-Erkrankung von Flüchtlingen ausgehe, schrieb das deutsche «Ärzteblatt». Viele Erstaufnahmeeinrichtungen machen bei allen Asylbewerbern Röntgenaufnahmen.

Auch in der Schweiz steigen die Tuberkulose-Fälle wieder an, obwohl die bakterielle Infektionskrankheit, die bei Menschen am häufigsten die Lunge befällt, seit der Nachkriegszeit fast ganz aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden war. Zahlen des Bundesamts für Gesundheit zeigen, dass die Tuberkulose-Fälle von 463 (2012) auf 614 Fälle (2016) anstiegen.

90 Prozent der erkrankten Kinder sind Ausländer

SVP-Nationalrat Adrian Amstutz stellt nun in einer eben eingereichten Interpellation Fragen zur Tuberkulose-Problematik bei Asylbewerbern. Er fragt die Regierung, ob es ihr bewusst sei, dass höhere Aufnahmezahlen für Asylsuchende auch eine höhere Gefahr des Einschleppens von ­Infektionskrankheiten wie der Tuberkulose böten. Die Statistik der Schweizer Kinderärzte von 2017 zeige, dass die Tuberkulose zwischen 2014 und 2017 zugenommen habe, schreibt Amstutz in der Interpellation. Die erkrankten Kinder seien zu 90 Prozent ausländischer Herkunft. In Deutschland habe sich eine ähnliche Situation ergeben: 2017 seien gemäss Robert Koch-Institut 1286 von total 4957 Tuberkulosefälle (Erwachsene und Kinder) von Asylbewerbern. Das entspreche 25 Prozent.

Amstutz will vom Bundesrat wissen, ob er sich bewusst sei, dass Migration, Infektionskrankheiten, Antibiotikaresistenz und resistente Hospitalisationskeime eng zusammen gehörten. Und welche Anordnungen er bei Asylsuchenden vor ihrer Einreise in die Schweiz treffen wolle, die der Epidemie-Gesetzgebung entsprächen: Abklärung, Diagnose, Isolation und Therapie. Ausserdem fragt Amstutz, ob für den Bundesrat humanitäre Aufgaben Priorität hätten vor dem Infektionsschutz der Schweizer Bevölkerung.

Ein prominentes Beispiel eines Asylbewerbers mit Tuberkulose ist der verurteilte Hassprediger von Winterthur. Der junge Mann aus Äthiopien, der als Asylbewerber abgewiesen wurde, hatte bei der Gerichtsverhandlung vor einem Jahr Lymphknotentuberkulose. Das Gericht stellte den Zuschauern Mundschutzmasken zur Verfügung.

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