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Schmied

Bürokratisch

Bundesräte sind, mit Blick auf die Staatschefs im Ausland, vergleichsweise einflusslose Personen. Grosse Würfe gelingen ihnen kaum. Entweder werden ihre Projekte bereits im Bundesratsgremium zerredet, vom Parlament zerzaust oder dann vom Volk versenkt.

Wer sich also mit politischen Taten schon kein Denkmal setzen kann, der versucht es wenigstens mit bleibenden Worten. Im humoristischen Fach haben beispielsweise die Bundesräte Hans-Rudolf Merz («Bündnerfleisch») und Johann Schneider-Ammann («rire, c’est bon pour la santé») dilettiert. Der Zürcher Magistrat Moritz Leuenberger gab gekonnt den sauertöpfischen Grabredner («Hört das denn nie auf?!»), Christoph Blocher setzte neue Massstäbe der politischen Begeisterung vor Abstimmungen («Man kann es wagen»).

Jetzt also Ignazio Cassis. Er stelle sich als Schmied zur Verfügung, sagte der frischgebackene FDP-Bundesrat, und als solcher werde er die Landesteile zusammenschmieden. Die meisten Bürger verspüren zwar eher wenig Lust, zwischen Hammer und Amboss zu geraten. Aber wer Bundesrat wird, muss das rhetorische Eisen wohl schmieden, solange es heiss ist. Und nach so einer Wahl kann man ja auch einmal festhalten: Hier spricht jetzt der Schmied und nicht mehr der Schmidli. (pho)

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