Hochwasser
Schneeschmelze und noch mehr Regen: Seen und Flüsse am Limit

Obwohl der Regen man Montag nachgelassen hat, bleibt die Hochwasser-Situation angespannt. Bieler- und Thunersee haben die Hochwassermarke erreicht. In Bern steht das Dählhölzli unter Wasser.

Drucken
Teilen
Land unter im Dählhölzli
10 Bilder
Tierpark Dählhölzli steht teilweise unter Wasser, hier das Wildschwein.
Spazierwege stehen unter Wasser
Spazierwege stehen unter Wasser
Thuner- und Bielersee erreicht Hochwasser-Marke, Aare kritisch
Angespültes Schwemmholz auf dem Thunersee.
Angespültes Schwemmholz auf dem Thunersee.
Angespültes Schwemmholz auf dem Thunersee.
Angespültes Schwemmholz auf dem Thunersee.
Spaziergänger beobachten das angespülte Schwemmholz.

Land unter im Dählhölzli

Keystone

Der starke Regen der letzten Tage sorgt derzeit vor allem im Kanton Bern für Schäden: Thunersee und Bielersee haben die Hochwassergrenze erreicht.

Die warmen Temperaturen dürften die Schneeschmelze in den Bergen noch verstärken, so dass weiterhin viel Wasser ins Unterland fliesst. In Thun wurde der Hochwasserentlastungsstollen zeitweise geschlossen, damit die unterliegenden Orte, allen voran Bern, etwas geschont werden konnten. Die Schifffahrt wurde eingestellt.

Und die Gefahr ist noch nicht gebannt: Am Dienstagnachmittag erreicht uns bereits die nächste Kaltfront mit Regen. Mit dieser gebe es kräftige, teils auch mit Gewittern durchsetzte Schauer, teilte Meteonews am Montag mit. Besonders in der Nacht auf Mittwoch falle verbreitet Regen. Bis Mittwochmittag könnten es nochmals 20 bis 50 Liter pro Quadratmeter sein.

Jurarandseen sind voll

In Olten werden Beaver und Sandsäcke aufgestellt

In der Stadt Olten hat sich die Situation mit der Aare verschärft und es werden Beaver wie auch Sandsäcke aufgestellt, sagt Diego Ochsner, Chef des Kantonalen Führungsstabes. Die Situation sei aber derzeit auf hohem Niveau unter Kontrolle. Auch beim Bielersee gebe es ein ständiges Hin und Her. Aktuellster Stand: Der Abfluss ist momentan offen. "Der Kanton Solothurn muss daher mit grösseren Wassermassen rechnen." (mes)

Damit nicht zu viel Wasser Richtung Solothurn die Aare runterfliesst, wurde der Ausfluss beim Regulierwerk in Port gedrosselt. Auch in der Region Biel rechnet man noch nicht mit einer Entspannung der Lage.

Volle Keller, überflutete Strassen

Weiterhin prekär ist die Lage auch in der Stadt Bern. Dort hat die Aare Spazierwege am Ufer überflutet. Weil der Thunersee die Hochwassergrenze erreicht hat, muss man dort mit einem weiteren Anstieg der Aare rechnen. Im Mattequartier stehen die Sandsäcke bereit. Dort führte die Aare am Vormittag mehr als 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Vom Hochwasser sind auch aarenahe Teile des Berner Tierparks Dählhölzli betroffen. Das Wasser ist unterdessen auf den Aareuferweg übergeschwappt. Tiere müssen aber vorderhand keine umplatziert werden, wie Tierparkdirektor Bernd Schildger auf Anfrage sagte.

Das Bundesamt für Umwelt hat für die Gebiete am Thunersee und an der Aare in Bern am Montagmorgen die Gefahrenstufe 4 ausgegeben, das ist die zweithöchste Stufe. Für die Gebiete am Bieler- und Neuenburgersee gab das Amt Gefahrenstufe 3 aus.

Aktuelle Hochwasser-Gefahrenkarte des Bundes.

Aktuelle Hochwasser-Gefahrenkarte des Bundes.

Printscreen www.naturgefahren.ch

Hochwassergefahr im Wallis

Im Wallis hat der Regen den Pegel der Vièze in Monthey erneut ansteigen lassen. Die Behörden wiesen die betroffenen Anwohner an, sich auf eine allfällige Evakuierung vorzubereiten. Wegen der Regenfällen wurde auch die Bahnlinie zwischen Monthey und Saint-Maurice vorsorglich geschlossen.

Auch in Saint-Gingolph VS am Genfersee blieb die Lage angespannt. Dort waren am Samstag Schlamm und Schutt ins Dorf gespült worden. Die Strasse zwischen Saint-Gingolph an der französischen Grenze und Le Bouveret in Richtung Wallis kann nur einspurig befahrt werden.

Vorbereitungen im Aargau

Im Kanton Aargau bereitet sich die Gemeinde Wallbach am Rhein auf Hochwasser vor. Auf einer Länge von rund 250 Metern werden sogenannte Beaver-Schläuche aufgestellt. Nach einer Prognose werde gegen 17 Uhr ein Pegelhöchststand am Rhein erwartet, teilte die Gemeindekanzlei Wallbach am Montag mit.

Und auch in Genf blieb die Lage nach einem erneuten Anschwellen des Flusses Arve am Montag angespannt. Die Feuerwehr musste zu Wochenbeginn ein Dutzend überflutete Keller entlang der Arve im Quartier Jonction der Stadt Genf auspumpen.

Überall im Seeland stehen ganze Felder unter Wasser, die Böden sind gesättigt, wie hier zwischen der A5 und Büren
10 Bilder
Schleuse Port ist noch nicht ganz geöffnet, aber es fehlt nicht mehr viel
Schleuse Port ist noch nicht ganz geöffnet, aber es fehlt nicht mehr viel
Ein Standup-Paddler kann bereits auf einem Spazierweg am Bieler Strandboden vorwärts kommen
Ein Standup-Paddler kann bereits auf einem Spazierweg am Bieler Strandboden vorwärts kommen
Ein Standup-Paddler kann bereits auf einem Spazierweg am Bieler Strandboden vorwärts kommen
Die Schüss bringt viel Wasser aus dem Jura in den Bielersee
Die neue Brücke des Fusswegs Richtung Vingelz ist nur noch wenig über dem Wasserspiegel
Der Wasserstand der Emme ist bereits etwas gesunken, aber sie führt immer noch sehr viel Wasser
Der Wasserstand der Emme ist bereits etwas gesunken, aber sie führt immer noch sehr viel Wasser

Überall im Seeland stehen ganze Felder unter Wasser, die Böden sind gesättigt, wie hier zwischen der A5 und Büren

Zur Verfügung gestellt

Aktuelle Nachrichten