SCHWEIZ: Diese neuen Verkehrsregeln müssen Sie kennen

Alkohol, Licht, Abgas: Im 2017 treten neue Verkehrsregeln in Kraft. In unserem Überblicksartikel zeigen wir Ihnen, was neu wird.

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Eine Auslegeordnung von Verkehrsschildern im Werkhof Sprengi. (Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 5. Januar 2011))

Eine Auslegeordnung von Verkehrsschildern im Werkhof Sprengi. (Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 5. Januar 2011))

Fahren mit Licht am Tag

Seit dem 1. Januar 2014 müssen Motorfahrzeuge auch tagsüber mit Licht fahren. Davon ausgenommen sind Töffli, E-Bikes und Velos. Neu dürfen bei Tageshelle auch die so genannten Tagfahrlichter genutzt werden. Bei schlechten Lichtverhältnissen (Regen, Nebel, Schneefall etc.) muss ebenso mit Abblendlicht gefahren werden wie in Tunnel oder in der morgendlichen und abendlichen Dämmerung.

Kein absolutes Alkoholverbot mehr

Ab dem 1. Januar 2017 gelten für Lenker von schweren Motorfahrzeugen zum Gütertransport wieder die Alkoholgrenze von 0,5 Promille. Die Regelung gilt für:

  • Fahrer von Fahrzeugen der Milizfeuerwehren
  • Fahrer von Blaulichtfahrzeugen auf dringlichen Dienstfahrten, sofern sie weder im Dienst noch auf Pikett sind oder sonst wie mit einem Einsatz rechnen mussten.
  • Fahrer schwerer Lastwagen, welche Arbeitsmotorwagen gleichgestellt sind (blaue Kontrollschilder)
  • Fahrer von Fahrzeugen, deren Höchstgeschwindigkeit bei 45 km/h liegt.

Strengere Abgasvorschriften für Töffs

Für Töffs, die ab dem 1. Januar 2017 gekauft werden, werden strengere Abgasvorschriften eingeführt. Es gelten die Vorschriften nach Euronorm 4. Damit soll der schweizerische Fahrzeugpark schadstoffärmer werden, schreibt das Bundesamt für Strassen. Reduziert werden sollen die Abgasschadstoffe Kohlenmonoxid CO, Stickoxide NOX und Kohlenwasserstoffe HC.

Beifahrerplatz für motorisierte Rollstühle

Ab 15. Januar dürfen motorisierte Rollstühle einen geschlossenen Fahrgastraum aufweisen. Bei Rollstühlen mit Höchstgeschwindigkeit bis 10 km/h wird zudem ein Beifahrerplatz erlaubt. Diese Fahrzeuge dürfen jedoch nach wie vor nur einen Meter breit sein, damit Fussgänger auf dem Trottoir nicht gefährdet werden.

Blaulichter werden auffälliger

Ab 15. Januar 2017 sind an Blaulicht-Einsatzfahrzeuge mehr optische Warneinrichtungen erlaubt (z.B. Blaulichter in den Aussenspiegeln). Damit können sie bei dringlichen Einsatzfahrten besser wahrgenommen und früher erkannt werden.

Gewichtslimite für Bagger

Ab dem 15. Januar 2017 dürfen Arbeitskarren mit Breitreifen (z.B. Bagger) 14 Tonnen Achslast an einer Antriebsachse aufweisen. Bis jetzt gab es eine solche Regelung nur für landwirtschaftliche Erntemaschinen. Die Höchstgeschwindigkeit von Arbeitskarren ist auf 30 km/h beschränkt.

Nachprüf-Fristen werden verlängert

  • Ab 1. Februar 2017 müssen Autos und Töffs erst nach fünf Jahren, spätestens aber bis zum sechsten Jahr nach der ersten Inverkehrsetzung beim Strassenverkehrsamt nachgeprüft werden. Bisher war die Nachprüfung alle vier Jahre nötig.
  • Ab 1. Juli 2017 müssen die ersten beiden Nachprüfungen von Lastwagen, Sattelschleppern und deren Anhängern, die nur im Binnenverkehr fahren, künftig nur noch in einem Intervall von zwei Jahren durchgeführt werden. Für derartige Fahrzeuge im internationalen Verkehr bleibt es bei der jährlichen Nachprüfung.

René Meier

rene.meier@luzernerzeitung.ch