Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Schweiz stellt Millionen-Zahlungen an UNO-Palästinenserhilfswerk ein

Die Schweiz überweist ab nächstem Jahr kein Geld mehr an das Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNRWA). Ignazio Cassis hatte das Hilfswerk letztes Jahr in einem Interview kritisiert.
Aussenminister Ignazio Cassis und UNRWA-Generalsekretär Pierre Krähenbühl bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman im Mai 2018. (Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Aussenminister Ignazio Cassis und UNRWA-Generalsekretär Pierre Krähenbühl bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman im Mai 2018. (Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

(mwa) Das UNO-Palästinenserhilfswerk UNRWA steht unter Druck: Letztes Jahr stellte mit der USA der grösste Geldgeber seine Zahlungen ein. Jetzt tut das auch die Schweiz, wie «Radio SRF» berichtet. Der Zahlungsstopp wird demnach nächstes Jahr wirksam und ist vorläufig. Der Beitrag für das laufende Jahr wurde bereits überwiesen: 20 Millionen Franken.

Der Grund für die Einstellung: In einem internen Bericht wird der Hilfswerk-Führung Amtsmissbrauch, Missmanagement und Vetternwirtschaft vorgeworfen. Der Bericht ging an UNO-Generalsekretär António Guterres. Daraufhin leitete die UNO-Aufsichtsbehörde OIOS eine Untersuchung ein. Der Schweizer Pierre Krähenbühl leitet das Hilfswerk. Er informierte am Montag das Aussendepartement über die laufende Untersuchung.

Ob die Vorwürfe berechtigt sind, ist unklar. Krähenbühl dementierte sie gegenüber dem Sender «Al-Jazeera».

Aussenminister überraschte alle

Aussenminister Ignazio Cassis erregte letztes Jahr den Unmut des Bundesrats, als er die UNRWA in einem Interview mit CH Media infrage stellte: Sie sei heute Teil des Problems und liefere «Munition, den Konflikt weiterzuführen». Er äusserte Verständnis für den Schritt der USA, kein Geld mehr zu überweisen.

Mit seinen Äusserungen überraschte Cassis auch seine Bundesratskollegen. Bundesratssprecher André Simonazzi teilte mit, an der Nahost-Politik der Schweiz habe sich nichts geändert. Bundespräsident Alain Berset traf Cassis zu einem Gespräch.

Die UNRWA betreibt Gesundheitszentren und Schulen, an denen Kinder palästinensischer Flüchtlinge unterrichtet werden. Ausserdem gewährt sie Mikrofinanzdienstleistungen. Jedes Jahr nehmen Millionen von Palästina-Flüchtlinge diese Hilfen in Anspruch. Wegen der Rolle von Hamas-Sympathisanten in der Organisation und umstrittenen Inhalten im Unterrichtsmaterial von UNRWA-Schulen war die Organisation immer wieder in die Kritik geraten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.