SCHWEIZ: Wenn die Sirenen heulen: Das müssen Sie wissen

In der gesamten Schweiz sind am Mittwoch Sirenen auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet worden. Sie heulten zwischen 13.30 und 15 Uhr auf. Doch was tun, wenn der Alarm kein Test ist?

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Eine auf dem Dach montierte Sirene. Ertönt das Warnsignal am 1. Februar, gibt es keinen Grund zur Sorge. (Bild: PD/ZSO Emme)

Eine auf dem Dach montierte Sirene. Ertönt das Warnsignal am 1. Februar, gibt es keinen Grund zur Sorge. (Bild: PD/ZSO Emme)

Schweizweit wurden am Mittwoch 5000 stationäre und 2200 mobile Sirenen auf Herz und Nieren geprüft – 300 davon heulten im Kanton Luzern auf.

Schon fast traditionsgemäss findet der nationale Sirenentest immer am ersten Mittwoch im Monat Februar statt. Schutzmassnahmen müssen während der Funktionsprüfung nicht ergriffen werden.

Was gilt jedoch bei einem echten Sirenenalarm?

Sollten die Sirenen im Ernstfall ertönen, ist eine Gefährdung der Bevölkerung möglich. In diesem Fall gibt es drei grundlegende Dinge, die zu tun sind:

  • Radio hören: Die konzessionierten Radiosender sind gesetzlich verpflichtet, im Fall von Katastrophen und Notlagen behördliche Informationen zu verbreiten. Je nach Dringlichkeit werden Warnungen innerhalb von zwei Stunden oder bereits innerhalb von 30 Minuten nach Eingang des Verbreitungsauftrages gesendet.
  • Die Anweisungen der Behörden befolgen.
  • Nachbarn informieren: Dies betrifft vor allem Personen, die kein Radio haben, hörbehindert sind, die Landessprache nicht verstehen oder sonst Schwierigkeiten haben könnten, an die Informationen zu gelangen.

Der Wasseralarm bedeutet, dass eine unmittelbare Gefährdung unterhalb einer Stauanlage besteht. In diesem Fall muss das gefährdete Gebiet sofort verlassen werden. Mit Merkblättern wird die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten bereits vorgängig über den Wasseralarm allgemein und besonders über die vor Ort gegebenen Fluchtmöglichkeiten informiert.

(bev/nop)

Via Push-Nachricht auf Alarm hinweisen

Über die zentrale Internetplattform www.alertswiss.ch wird die Bevölkerung über die vorsorglichen Massnahmen zur Bewältigung von Katastrophen und Naturgefahren informiert. Zudem kann man sich auf dieser Webseite einen persönlichen Notfallplan zusammenstellen.

Zu Alertswiss existiert eine Smartphone-App (auch für Android). Alle Informationen der Website sind dort verfügbar. Künftig sollen über die App auch aktuelle Warnungen, Alarmierungen und Informationen zu Katastrophen und Notlagen mittels Push-Nachricht verbreitet werden. Ende 2017 ist ein Pilotversuch mit einzelnen Kantonen geplant. Ab 2018 sollen diese Funktionen in der ganzen Schweiz eingeführt werden.

Vorgesehen ist, dass die App ans Alarmierungssystem Polyalert angeschlossen wird, wie Kurt Münger, Mediensprecher des Bundesamts für Bevölkerungsschutz, erklärt. Löst die Polizei einen Sirenenalarm aus, wird gleichzeitig ein Push-Alarm an die App gesandt. So erfolgt die Alarmierung unkompliziert und einfach mit einem Knopfdruck.

Dennoch sagt Münger: «Die Behörden empfehlen, im Rahmen der individuellen Notfallvorsorge den Zugang zu einem Radio sicherzustellen, welches auch unabhängig vom Stromnetz funktioniert.» Dazu gehören auch Autoradios oder Radio-Apps auf Smartphones.

Die neue Technik kann die alte also nicht so einfach ersetzen. Das hat zwei Gründe: Erstens sind die konzessionierten Radiosender gesetzlich verpflichtet, im Fall von Katastrophen und Notlagen behördliche Informationen zu verbreiten. Zweitens wurde dafür eine spezielle Infrastruktur aufgebaut. Diese funktioniert laut Münger auch, «wenn die übrigen Kommunikationssysteme nicht mehr funktionierten sollten».

Das ist beim Handynetz nicht der Fall. Es kann überlastet werden, wenn viele Personen gleichzeitig telefonieren wollen, und es ist auf eine externe Stromversorgung angewiesen.

(bev/cgl)

HINWEIS
Weitere Verhaltensregeln und Tipps finden Sie auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz BABS sowie im Teletext der SRG-Sender, Seite 680.


Stefanie Nopper

Das gibt es beim Allgemeinen Alarm zu beachten. (Bild: PD/ZSO Emme)

Das gibt es beim Allgemeinen Alarm zu beachten. (Bild: PD/ZSO Emme)