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Schweizer Juul-Chef fordert höhere Nikotin-Grenze für E-Zigaretten

Der Hersteller der amerikanischen E-Zigaretten will Hunderttausende Raucher als Kunden gewinnen. Jetzt macht das Unternehmen Druck für weniger strikte Grenzwerte im Schweizer Tabakproduktegesetz.
Lorenz Honegger
Nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche gehören zu den Kunden von Juul: Laut einer aktuellen Studie der US-Gesundheitsbehörden sind es rund 5,3 Millionen Teenager. (AP Photo/Craig Mitchelldyer, File)

Nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche gehören zu den Kunden von Juul: Laut einer aktuellen Studie der US-Gesundheitsbehörden sind es rund 5,3 Millionen Teenager. (AP Photo/Craig Mitchelldyer, File)

Erst vor einem Jahr kündigte der amerikanische E-Zigaretten-Hersteller Juul seinen Markteintritt in der Schweiz an. Nun mischt sich das Unternehmen bereits in die Bundespolitik ein: Gegenüber CH Media plädiert Jonathan Green, Chef von Juul Schweiz, für eine Erhöhung des erlaubten Nikotingehalts von 20 auf 60 Milligramm pro Milliliter Füllflüssigkeit.

Für Juul geht es laut eigenen Angaben nicht darum, mehr Menschen abhängig zu machen, sondern mehr erwachsene Raucher von seinen «weniger schädlichen» E-Zigaretten zu überzeugen. «Für uns steht die Frage im Zentrum: Wie viel Nikotin braucht ein erwachsener Raucher, um von Zigaretten wegzukommen?»

Ständerat sagte Nein

Der Schweizer Ableger des 24-Milliarden-Dollar-Unternehmens trägt seine Forderung nach einem höheren Grenzwert für Nikotinflüssigkeiten nicht zufällig gerade jetzt an die Öffentlichkeit. Die Gesundheitskommission des Nationalrates befasst sich in einer ihrer nächsten Sitzungen mit dem neuen Tabakproduktegesetz; im Anhang des Regelwerks wird die Obergrenze festgelegt.

Juuls erster Anlauf für eine Erhöhung des Nikotingehalts ist diesen Herbst gescheitert. Der Ständerat lehnte einen entsprechenden Einzelantrag von FDP-Ständerat Hans Wicki mit 28 zu 11 Stimmen ab. Der Nidwaldner Politiker argumentierte vergeblich, dass ein höherer Grenzwert Rauchern den Wechsel «auf das weniger schädliche Produkt» erleichtern würde. Gesundheitsminister Alain Berset überzeugte die kleine Kammer mit dem Argument, dass es zwischen der Nikotinkonzentration und der Popularität von E-Zigaretten bei Jugendlichen einen Zusammenhang gebe. «In der USA sprechen einflussreiche Stimmen von einer Epidemie bei den Jugendlichen. Das können wir uns nicht wünschen.»

Tatsächlich ist die Zahl der jugendlichen E-Zigaretten-Konsumenten in Amerika seit 2017 explodiert. Laut einer diese Woche veröffentlichten Studie der US-Gesundheitsbehörden inhalieren 5,3 Millionen Teenager regelmässig Nikotin-Dampf. In der Middle School (sechste bis achte Klasse) «vapt» einer von zehn Schülern, in der High School (neunte bis zwölfte Klasse) mehr als jeder vierte. 59 Prozent der jugendlichen «Vaper» bezeichnen Juul als ihre bevorzugte E-Zigaretten-Marke.

Geringerer Absatz von regulären Zigaretten?

Juul Schweiz hat sich nun die Unterstützung des bekannten Lobbyisten Thomas Borer gesichert. In seinem Argumentarium schreibt das Unternehmen, bei einem Nikotingehalt von 20 Milligramm pro Milliliter müsse ein E-Zigaretten-Nutzer «etwa 35 Minuten» inhalieren, um die gleiche Nikotinmenge aufzunehmen wie bei einer fünfminütigen Zigarettenpause. «Dies kann den Wechsel zu elektronischen Zigaretten stark erschweren und somit das Risiko eines Rückfalls erhöhen.» Der höhere Nikotinanteil habe in den USA dazu geführt, dass der Absatz regulärer Zigarettenpackungen stark zurückgegangen sei. «Eine höhere Nikotinkonzentration ist somit auch ein wichtiger Schritt, um die steigenden Gesundheitskosten teilweise in den Griff zu bekommen.»

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