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Schwierige Nachfolge für Helvetia-Präsidium

Vorsitz Drei Jahre nach dem unerwarteten Tod von Erich Walser muss die Helvetia bereits zum zweiten Mal einen neuen Präsidenten bestellen. Während die Berufung von Pierin Vincenz im Frühjahr 2015 mindestens auf dem Papier noch eine naheliegende Sache war, dürfte es diesmal schwieriger werden. In der Person von Hans Künzle verfügt der Konzern zwar über einen Branchenfachmann als Vizepräsidenten. Der 54-Jährige war von 2004 bis 2014 CEO der Nationale Suisse. In ­jener Rolle hatte sich der Zürcher mit Händen und Füssen gewehrt, als die Helvetia begann, ihre Fühler in Richtung Basel auszustrecken. Im nachfolgenden Übernahmekampf blieb die kleinste unter den börsenkotierten Schweizer Versicherungen chancenlos. Umso grösser wäre Künzles Genug­tuung, wenn er nun in St. Gallen auf den Präsidentenstuhl steigen könnte. Doch es ist zu vermuten, dass eine solche «Rückübernahme» bei den Helvetia-Mitarbeitern auf allen Stufen auf wenig Verständnis stiesse. Zumal der einstige Rivale schon damals nicht die erste Wahl gewesen war.

Die Luzerner Rechtsanwältin und zweite Vizepräsidentin Doris Russi Schurter hat sich bereits aus dem Rennen genommen; sie wird das Präsidium nur bis zur nächsten Generalversammlung ausfüllen. Diese wird voraussichtlich am 20. April die ­definitive Nachfolge bestimmen.

Als Vincenz-Nachfolger dürfte der ehemalige Swiss-Life-Schweiz-Chef Ivo Furrer ins Gespräch kommen. Der ­Innerschweizer sitzt seit April im Verwaltungrat von Helvetia und bringt dort unbestrittenermassen eine grosse Erfahrung auch im Bereich der Industrieversicherungen mit. Ob er nach der kurzen Einwärmphase in St. Gallen bereits für den nächsten Schritt bereit ist, wird sich zeigen.

So oder so birgt die Wahl Risiken, die sich Helvetia lieber erspart hätte. Die Gefahr einer Fehlbesetzung besteht sowohl mit einem externen als auch mit einem noch wenig erprobten internen Kandidaten. Wenig überraschend sind deshalb die in Finanzanalystenkreisen gehegten Wünsche, der frühere CEO Stefan Loacker möge als Präsident zu Helvetia zurückkehren. Zwischen dem stillen Vorarlberger und dem lauten Vincenz waren die charakterlichen Differenzen von ­Beginn weg offensichtlich gewesen. Als dann Vincenz noch vor seinem Antritt als Präsident öffentlich erklärte, es gelte das Bank- und das Versicherungsgeschäft näher zusammenzuführen, widersprach Loacker bei der ersten Gelegenheit ebenfalls öffentlich und meinte, ­Helvetia sei so erfolgreich, weil man die jeweiligen Kompetenzen respektiere und nicht von Allfinanz rede. Eine Rückkehr Loackers würde von den Finanzmärkten wohl auch ­deshalb begrüsst, weil der frühere CEO eine sichere Hand bei Übernahme ­bewiesen und Helvetia weit voran ­gebracht hatte. Für Vincenz wäre eine Nominierung Loackers wohl eine zusätzliche Schmach.

Daniel Zulauf

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