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Sensibilisieren

Der Schweizer an und für sich ist ein gefühlloser Rüpel. Sein Wesen ist stumpfsinnig, sein Erfahrungshorizont mikroskopisch klein. Der gemeine Schweizer hat keine Ahnung von nichts und niemandem. Brot ist ihm intellektuell überlegen. Schauen wir den Dingen ins Auge: Der Schweizer ist eine himmeltraurige Kreatur.

Andererseits hat der Schweizer Glück. Weit über den Niederungen seiner pitoyablen Existenz nämlich schwebt die Beamtenschaft. Sie ruht und rastet nicht, bis auch aus den minderen Bürgern doch noch so etwas wie vernunftbegabte Menschen werden, die Gut und Böse unterscheiden können. «Sensibilisieren» nennen das die Beamten, und sie haben alle Hände voll zu tun. Der Bund hat in allerlei Hinsichten schon sensibilisiert: in Gesundheits- und Drogenfragen, in Umwelt- und Ernährungsfragen; in der Frage des Einsatzes einheimischer Hölzer, im Bau sowie punkto Geschlechtskrankheiten und Internet-Pornografie. Sensibilisiert wird mit Broschüren und Werbespots, mit Ansprachen und «Tag des Blabla»-Aktivitäten. Im Grunde müsste man schon lange ein Bundesamt für Sensibilisierung gründen.

Nörgler werden nun einwenden, die ewige Sensibilisiererei sei nichts anderes als staatliche Propaganda, darüber hinaus meistens nutzlos und immer teuer. Sie belegen damit, dass sie selber dem lamentablen helvetischen Stadium intellektueller Dumpfheit noch immer nicht entkommen sind. Keine Frage: Man muss sie für die Sensibilisierung sensibilisieren. (pho.)

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