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SENSIBILISIERUNGSKAMPAGNE: VBS warnt vor ausländischen Spionen

Professionelle Ausfrager, verhängnisvolle Geheimnisse und digitale Spuren: Das Verteidigungsdepartement weist seine Mitarbeiter in neuen Broschüren auf Bedrohungen durch ausländische Nachrichtendienste hin.
Michel Burtscher
Mitarbeiter des Verteidigungsdepartements könnten ins Visier ausländischer Nachrichtendienste geraten. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Mitarbeiter des Verteidigungsdepartements könnten ins Visier ausländischer Nachrichtendienste geraten. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Michel Burtscher

Finstere Gestalten sind auf dem Deckblatt der Broschüren zu sehen, die seit Anfang dieses Monats im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) verteilt werden. «Sind Sie im Visier?» steht in grossen Buchstaben darunter. In der Broschüre geht es um Gefahren im virtuellen und realen Raum, um Erpressung und «professionelle Ausfrager». Sie ist Teil einer breit angelegten Sensibi­lisierungskampagne, wie VBS-Sprecher Renato Kalbermatten auf Anfrage bestätigt. Zur Zielgruppe gehören neben den VBS-Mitarbeitern auch die Armeeangehörigen.

Herausgeber des Informationsmaterials ist die Abteilung Informations- und Objektsicherheit, die für das Sicherheitsmanagement des Departements und der Armee verantwortlich ist. «Dem Mitarbeitenden wird mittels der Kampagne bewusst gemacht, welche Alltagssituationen für seinen Arbeitgeber sowie für ihn gefährlich werden können», sagt Kalbermatten. «Und sie zeigt, wie man sich verhalten muss und schützen kann.»

Information ist Macht

So wird in der Broschüre in einem Kapitel etwa gewarnt, dass die Mitarbeiter vorsichtig sein sollen mit beruflichen Informationen und persönlichen Daten. Ein «professioneller Ausfrager» könne auch scheinbar harmlose Informationen zu einem Gesamtbild zusammensetzen und gegen eine Person verwenden. Die Mitarbeiter sollen sich darum nicht über den Arbeitsplatz oder das Arbeitsumfeld ausfragen lassen.

Im VBS gelte der Grundsatz «Need to know», sagt Kalbermatten. Konkret bedeute dies, dass «sensible Informationen» nur gezielt und bewusst weitergegeben dürften. In einem anderen Kapitel der Broschüre geht es um Erpressbarkeit. «Gibt es Geheimnisse in Ihrem Leben, die niemand erfahren darf?», wird da gefragt. Diese neue Informationsoffensive ist keine Reaktion auf ein konkretes Ereignis, wie Kalbermatten sagt. Das Departement führe jedes Jahr eine Sensibilisierungskampagne zu einem Thema aus dem Bereich Informations-, Objekt- oder Personensicherheit durch. Ziel ist es laut dem VBS-Sprecher, Vorfälle möglichst zu verhindern. «Aus diesem Grund berücksichtigen unsere Kampagnen das aktuelle Umfeld, mögliche Lageentwicklungen und Veränderungen gesetzlicher Vorgaben», sagt Kalbermatten.

Doch wer könnte die Mitarbeiter des VBS ins Visier nehmen, sie erpressen wollen? Kalbermatten verweist auf den jüngsten Lagebericht des Nachrichtendienstes: Darin wird vor den Machenschaften ausländischer Geheimdienste gewarnt, vor verbotenem Nachrichtendienst gegen politische oder ­militärische Interessen in der Schweiz. Die Spione könnten demnach als Diplomaten, Geschäftsleute oder Touristen getarnt in die Schweiz kommen.

Spuren im digitalen Raum

Bei ausländischen Nachrichtendiensten gewinnen jedoch auch Cyberspionage und andere Cyberoperationen für die Informationsgewinnung immer mehr an Bedeutung, wie es im Lagebericht weiter heisst. Diesem Bereich misst die Sensibilisierungskampagne denn auch ein spezielles Gewicht bei. Dafür wurde eigens ein Comic produziert, in dem die Gefahren im digitalen Raum aufgezeigt werden. Auch in der Broschüre wird das Thema angesprochen: Die VBS-Mitarbeiter werden unter anderem angewiesen, die Ortungsdienste ihres Smartphones nur zu aktivieren, wenn diese wirklich benötigt werden. Zudem sei es verboten, das geschäftliche E-Mail auch für private Zwecke zu nutzen.

Die Sensibilisierungskampagne dauert noch bis Ende des Jahres. Das Thema selbst wird aber auch nachher nicht einfach abgehakt werden können. Informationsoperationen würden künftig weiter an Bedeutung gewinnen, heisst es dazu im Bericht des Nachrichtendienstes.

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