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SERVICE PUBLIC: Pakete sollen schneller ans Ziel

Mit besser postierten Automaten und der Zusammenarbeit mit Grossverteilern will die Post den Paketversand vereinfachen. Die Postfilialen verlieren damit weiter an Stellenwert.
Roger Braun
Die Paketautomaten sind rund um die Uhr geöffnet. (Bild: Lukas Lehmann/Keystone (Bern, 26. Oktober 2016))

Die Paketautomaten sind rund um die Uhr geöffnet. (Bild: Lukas Lehmann/Keystone (Bern, 26. Oktober 2016))

Roger Braun

Sie stehen an Bahnhöfen und gut frequentierten Plätzen. Kaum jemand weiss jedoch, wie sie funktionieren. An den Paketautomaten der Post können Pakete und eingeschriebene Briefe rund um die Uhr aufgegeben und abgeholt werden. Doch auch viereinhalb Jahre nach der Einführung halten sich die Kunden zurück. «Es stimmt, an vielen Bahnhöfen werden die Automaten kaum genutzt», sagte gestern Poststellenleiter Thomas Baur an einem Hintergrundgespräch in Bern.

Im vergangenen Jahr hat sich die Post gar überlegt, das Experiment abzubrechen. Inzwischen scheint jedoch das Erfolgsrezept gefunden. Anstatt an den Bahnhöfen werden die Automaten zunehmend bei den traditionellen Postfilialen aufgestellt. «Dort ist der Vorteil, dass wir den Kunden gleich erklären können, wie das Ganze funktioniert», sagte Baur. Er räumt ein, dass die Paketautomaten für viele Leute bis heute ein Fremdkörper geblieben sind. «Ich bin aber überzeugt, dass die Automaten beliebter werden, ­sobald die Kunden verstehen, wie sie bedient werden.»

Automaten an Bahnhöfen fallen durch

Erste Anzeichen dafür gibt es. Laut Baur werden die Paketboxen bei den Filialen weit besser genutzt als jene an den Bahnhöfen. «Mehrere Poststellen haben um zusätzliche Fächer angefragt, weil die Nachfrage so gross ist», sagt Baur. Inzwischen stehen rund zwei Drittel der knapp 100 Automaten in unmittelbarer Nähe zu den Filialen. 30 Automaten sollen in den nächsten Mo­naten von den Bahnhöfen zu den Poststellen verschoben werden. Langfristig will Baur die Automaten an den hochfrequentierten Plätzen jedoch nicht abschreiben. «Sobald die Kunden die Funktionsweise verstanden haben, werden die Standorte an den zentralen Orten wieder attraktiver», sagt er. Daneben dürfte auch eine Rolle spielen, dass alternative Postanbieter oder grosse Versandhäuser wie Za­lando oder Amazon mit eigenen ­Zustellboxen an zentraler Lage liebäugeln.

Allzu kompliziert ist der Gebrauch der Automaten nicht. Wer ein Paket versenden will, sucht sich ein passendes Fach aus und bezahlt die Rechnung per Kreditkarte. Wer ein Paket abholen möchte, muss sich vorgängig bei der Post registrieren und kann sich seine Sendungen dann zum entsprechenden Automaten umleiten lassen. Sobald das Paket im Fach angekommen ist, erhält der Kunde auf seinem Mobiltelefon oder seiner Mailbox einen Code, mit dem er am Automaten das Paket beziehen kann.

Neu arbeitet die Post auch mit mehreren Grossverteilern zusammen. Wie sie gestern mitteilte, führt sie mit Migros, Denner, Migrolino, Coop und Aldi einen Testversuch bis Ende Juni durch. Demnach können Kunden ihre Pakete in insgesamt 25 Filialen in den Kantonen Bern und St. Gallen aufgeben und abholen. Das Ziel ist dasselbe wie bei den Automaten: Die Kunden sollen selbst wählen können, wo und wann sie ihre Geschäfte tätigen. Ähnlich wie beim Paketautomaten ist die Abgabe der Pakete ohne Registrierung möglich. Wer die Sendungen hingegen empfangen möchte, muss bei der Post seine Adresse hinterlegen.

«Wir wollen nicht in Beton investieren, sondern in Dienstleistungen», pflegt Baur zu sagen. Damit ist auch angedeutet, wo die Post Abstriche macht. Die traditionelle Poststelle hat zunehmend ausgedient. Während es zur Jahrtausendwende noch über 3300 Standorte gab, sollen es gemäss Plänen der Post Ende 2020 noch ein Viertel davon sein (siehe Kasten).

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