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SESSIONSBEGINN: «Das war ein ergreifender Augenblick»

Sie ist gestern vereidigt worden und hat die ersten Entscheidungen gefällt: Die Luzerner CVP-Politikerin Andrea Gmür hat ihre Feuertaufe als Nationalrätin bestanden – trotz kleinem Malheur.
Die neue Luzerner CVP-Nationalrätin Andrea Gmür (51) gestern vor dem Bundeshaus in Bern. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

Die neue Luzerner CVP-Nationalrätin Andrea Gmür (51) gestern vor dem Bundeshaus in Bern. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

Kari Kälin

Die letzten Glückwunsch-Schreiben sind verdankt, im Büro in der Wohnung in der Stadt Luzern ist ein Gestell für nationale Politik freigeräumt, das Hotel in Bern gebucht: Andrea Gmür (51), die einzige neu gewählte Zentralschweizer Frau, ist zusammen mit 53 anderen Neo-Nationalräten parat für ihre erste Session im eidgenössischen Parlament. Oder doch nicht? «Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, so schlecht auf eine Session vorbereitet zu sein», verrät CVP-Politikerin Gmür, die noch bis vor kurzem im Luzerner Kantonsrat sass.

Überwältigende Papierberge

Ein Blick auf die Anzahl der Geschäfte dieser Session macht deutlich, weshalb einen dieses Gefühl beschleichen kann. All die Papierberge mit all den unterschiedlichen Themen: Ein solches Volumen kann niemand gänzlich abarbeiten. Und mit der Debatte über das Budget, die Armeereform oder die Unternehmenssteuerreform III finden sich gleich ein paar nahrhafte Brocken auf dem Programm der kommenden drei Wochen. Orientierung bietet hier die eigene Fraktion mit ihren gestandenen Parlamentariern. «Man hat mich mit sehr viel Wohlwollen aufgenommen», sagt Gmür. Und niemand zweifelt daran, dass sich die ehemalige Gymnasiallehrerin rasch in die Materie einlesen wird. In politischen Aktivismus will sie danach nicht verfallen. «Bevor ich einen Vorstoss einreiche, kläre ich ab, ob es wirklich nötig ist», sagt Gmür.

Familie auf Zuschauertribüne

Um 11 Uhr geht es mit dem Zug von Luzern in Richtung Bern. Ein Fototermin hier, ein Medieninterview da, Gmürs Agenda ist schon am ersten Tag als eidgenössische Parlamentarierin ziemlich voll: Die Zeit reicht gerade noch für ein Sandwich – und um Ehemann Philipp und die Kinder Valentin (22), Julian (19), Marina (17) und Tobias (14) sowie ihre Schwiegermutter um 13 Uhr vom Bahnhof abzuholen. Sie sitzen auf der Zuschauertribüne, als um 15.11 Uhr der entscheidende Moment erfolgt, die Vereidigung des neuen Parlaments: «Das war ein ergreifender, emotionaler ­Augen­blick», sagt Gmür. «Man wird sich der Verantwortung bewusst, die man als Volksvertreterin trägt.»

Das erste wichtige Traktandum ist die Wahl der neuen Nationalratspräsidentin. Trotz der Kasachstan-Affäre geht die Sache für die Berner FDP-Frau glatt über die Bühne (siehe Box). Dafür leistet sich Andrea Gmür wenige Minuten später einen ersten Fauxpas. Die Hobbyjoggerin sprintet zwar noch in den Ratssaal, doch die Wahl zum zweiten Vizepräsidenten ist schon vorbei. Ausgerechnet Parteikollege Dominique de Buman kann nicht auf ihre Stimme zählen. Der Freiburger kann es verkraften, er wird mit 107 von 133 gültigen Stimmen gewählt. Gmür ist also nicht die Einzige, welche die Abstimmung verpasst hat. Und die eigene Fraktion nimmt das kleine Malheur gelassen, eine Schelte gibt es nicht.

Hearings finden heute statt

Die Bundesratswahlen sind der Moment, auf den im Ratsbetrieb alles hinfiebert. Auf Tuchfühlung mit Thomas Aeschi, Guy Parmelin und Norman Gobbi geht Gmür heute. Die drei Bundesratsanwärter stellen sich in den Hearings den Fragen der CVP-Fraktion. Werden bereits die Messer gewetzt? Bis jetzt offenbar noch nicht. Zumindest hat gestern noch niemand Andrea Gmür bearbeitet, um ihr den einen oder anderen Kandidaten schmackhaft zu machen.

Vereidigungszeremonie der neugewählten Ständeräte. Auf dem Bild zu sehen sind Damian Müller (Luzern, zweiter von links), Josef Dittli (Uri, dritter von links), Peter Hegglin (Zug, vierter von links), Erich Ettlin (Obwalden, dritter von rechts) und Hans Wicki (Nidwalden, ganz rechts). (Bild: Keystone)Vereidigungszeremonie der neugewählten Ständeräte. Auf dem Bild zu sehen sind Damian Müller (Luzern, zweiter von links), Josef Dittli (Uri, dritter von links), Peter Hegglin (Zug, vierter von links), Erich Ettlin (Obwalden, dritter von rechts) und Hans Wicki (Nidwalden, ganz rechts). (Bild: Keystone)
Die neu gewählten Zentralschweizer Parlamentarier wurden am Montag in Bern vereidigt. Vordere Reihe (v. l.): Nationalrat Franz Grüter (SVP, Luzern), Ständerat Josef Dittli (FDP, Uri), Nationalrätin Andrea Gmür (CVP, Luzern) und die Ständeräte Damian Müller (FDP, Luzern) und Erich Ettlin (CVP, Obwalden). Hintere Reihe (v. l.): Die Nationalräte Marcel Dettling (SVP, Schwyz) und Beat Arnold (SVP, Uri) und die Ständeräte Peter Hegglin (CVP, Zug) und Hans Wicki (FDP, Nidwalden). (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)Die neu gewählten Zentralschweizer Parlamentarier wurden am Montag in Bern vereidigt. Vordere Reihe (v. l.): Nationalrat Franz Grüter (SVP, Luzern), Ständerat Josef Dittli (FDP, Uri), Nationalrätin Andrea Gmür (CVP, Luzern) und die Ständeräte Damian Müller (FDP, Luzern) und Erich Ettlin (CVP, Obwalden). Hintere Reihe (v. l.): Die Nationalräte Marcel Dettling (SVP, Schwyz) und Beat Arnold (SVP, Uri) und die Ständeräte Peter Hegglin (CVP, Zug) und Hans Wicki (FDP, Nidwalden). (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)
Die drei Urner Parlamentarier vor dem Bundeshaus in Bern, von links: Ständerat Josef Dittli, Ständerat Isidor Baumann und Nationalrat Beat Arnold. (Bild: Elias Bricker)Die drei Urner Parlamentarier vor dem Bundeshaus in Bern, von links: Ständerat Josef Dittli, Ständerat Isidor Baumann und Nationalrat Beat Arnold. (Bild: Elias Bricker)
Gemeinsames Singen der Nationalhymne während der Vereidigungszeremonie im Ständerat. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)Gemeinsames Singen der Nationalhymne während der Vereidigungszeremonie im Ständerat. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)
Wer den Eid ablegte, sprach mit erhobenen Schwurfingern die Worte «ich schwöre es», wer das Gelübde ablegte, sagte «ich gelobe es». 54 der 200 Nationalratsmitglieder wurden zum ersten Mal vereidigt. Sie waren am 18. Oktober neu gewählt worden. In der mittleren Reihe ist die Luzernerin Yvette Estermann zu sehen (zweite von links), in der vordersten Reihe der Nidwaldner Peter Keller (ganz links). (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)Wer den Eid ablegte, sprach mit erhobenen Schwurfingern die Worte «ich schwöre es», wer das Gelübde ablegte, sagte «ich gelobe es». 54 der 200 Nationalratsmitglieder wurden zum ersten Mal vereidigt. Sie waren am 18. Oktober neu gewählt worden. In der mittleren Reihe ist die Luzernerin Yvette Estermann zu sehen (zweite von links), in der vordersten Reihe der Nidwaldner Peter Keller (ganz links). (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)
Die gewählten Nationalräte der SVP: Sie hatten die Wahl zwischen dem Eid und dem Gelübde. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)Die gewählten Nationalräte der SVP: Sie hatten die Wahl zwischen dem Eid und dem Gelübde. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)
Die Zürcher SVP-Nationalräte Alfred Heer (mitte) und Roger Köppel geben zusammen mit ihren Fraktionskollegen ihre Stimmzettel zur Wahl der Ratspräsidentin ab. (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)Die Zürcher SVP-Nationalräte Alfred Heer (mitte) und Roger Köppel geben zusammen mit ihren Fraktionskollegen ihre Stimmzettel zur Wahl der Ratspräsidentin ab. (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)
Die Nationalräte leisten ihren Amtseid. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)Die Nationalräte leisten ihren Amtseid. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)
Die SVP-Nationalräte Thomas Aeschi (Zug, rechts) und Guy Parmelin (Waadt) amten als provisorische Stimmenzähler. (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)Die SVP-Nationalräte Thomas Aeschi (Zug, rechts) und Guy Parmelin (Waadt) amten als provisorische Stimmenzähler. (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)
Die Ratslinke während der Vereidigung. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)Die Ratslinke während der Vereidigung. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Im Bundeshaus hat die 50. Legislatur begonnen. Eröffnet hat sie am Montagnachmittag Nationalrat Luzi Stamm (SVP/AG) als amtsältestes Ratsmitglied. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)Im Bundeshaus hat die 50. Legislatur begonnen. Eröffnet hat sie am Montagnachmittag Nationalrat Luzi Stamm (SVP/AG) als amtsältestes Ratsmitglied. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Ein etwas müder Tim Guldimann (SP, mitte) während der Rede des amtsältesten Mitglieds Luzi Stamm (SVP). (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)Ein etwas müder Tim Guldimann (SP, mitte) während der Rede des amtsältesten Mitglieds Luzi Stamm (SVP). (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)
Eine Rede halten durfte auch die jüngste Neugewählte, die 27-jährige Lisa Mazzone (Grüne/GE). (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)Eine Rede halten durfte auch die jüngste Neugewählte, die 27-jährige Lisa Mazzone (Grüne/GE). (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Christa Markwalder leitet für ein Jahr die Sitzungen des Nationalrates. Der Rat hat die 40-jährige Berner FDP-Nationalrätin am Montag mit 159 von 183 gültigen Stimmen zur Präsidentin gewählt. (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)Christa Markwalder leitet für ein Jahr die Sitzungen des Nationalrates. Der Rat hat die 40-jährige Berner FDP-Nationalrätin am Montag mit 159 von 183 gültigen Stimmen zur Präsidentin gewählt. (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)
Erster Vizepräsident ist Jürg Stahl (SVP / ZH). (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)Erster Vizepräsident ist Jürg Stahl (SVP / ZH). (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)
Der frischgewählte Ständeratspräsident Raphael Comte (links) erhält einen Blumenstrauss von Parteikollege Thomas Hefti (GL). (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)Der frischgewählte Ständeratspräsident Raphael Comte (links) erhält einen Blumenstrauss von Parteikollege Thomas Hefti (GL). (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)
Tim Guldimann (SP / ZH) erhällt von SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann eine Rose. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)Tim Guldimann (SP / ZH) erhällt von SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann eine Rose. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Magdalena Martullo-Blocher (SVP-GR) diskutiert mit Thomas Hurter (SVP-SH). (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)Magdalena Martullo-Blocher (SVP-GR) diskutiert mit Thomas Hurter (SVP-SH). (Bild: Keystone / Alessandro della Valle)
Daniel Jositsch (SP / ZH) im Nationalratssaal. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)Daniel Jositsch (SP / ZH) im Nationalratssaal. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Die SVP-Nationalräte Roger Köppel (links) und Jean-Pierre Grin schwören den Eid. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)Die SVP-Nationalräte Roger Köppel (links) und Jean-Pierre Grin schwören den Eid. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Die neu gewählte Nationalratspräsidentin Christa Markwalder, Maja Ingold (CVP / ZH), Kathrin Bertschy (GLP / BE) und Balthasar Glättli (Grüne / ZH, von rechts) spielen die Nationalhymne. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)Die neu gewählte Nationalratspräsidentin Christa Markwalder, Maja Ingold (CVP / ZH), Kathrin Bertschy (GLP / BE) und Balthasar Glättli (Grüne / ZH, von rechts) spielen die Nationalhymne. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
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