SICHERHEIT: Behörden testen Krisenmanagement

Ein Cyberangriff löst einen Blackout aus, danach gibt es in der Schweiz monatelang zu wenig Strom. Gleichzeitig wütet eine Grippe-Pandemie. In einer Sicherheitsübung wird getestet, wie die Schweiz mit dieser Situation fertig würde.

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Anders als früher bei Gesamtverteidigungsübungen wird die Bevölkerung nichts merken von der Sicherheitsverbundübung 2014. Auf dem Bild simulieren internationale Teams in einem Übungsraum in Kriens eine Katastrophe. (Bild: Keystone)

Anders als früher bei Gesamtverteidigungsübungen wird die Bevölkerung nichts merken von der Sicherheitsverbundübung 2014. Auf dem Bild simulieren internationale Teams in einem Übungsraum in Kriens eine Katastrophe. (Bild: Keystone)

Denn vielleicht wird sie das eines Tages tatsächlich müssen: Der Risikobericht 2012 ortete eine Pandemie und den Ausfall der Stromversorgung als grösste Risiken. «Das sind keine Phantastereien», sagte der Berner Regierungsrat Hans-Jürg Käser am Dienstag vor den Bundeshausmedien.

Unsere Gesellschaft sei verletzlich und angreifbar, mit zunehmender Digitalisierung steige die Gefahr von Kettenreaktionen. «Das Szenario ist mehr als realistisch», betonte Käser. Darum testen alle Behörden und Organisationen, die mit Sicherheitspolitik zu tun haben, vom 3. bis zum 21. November in der SUV 14 ihr Krisenmanagement und ihre Zusammenarbeit.

In der Übung soll unter anderem geklärt werden, ob der so genannte Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) mehrere Ereignisse gleichzeitig bewältigen kann, ob Technik und Infrastruktur krisentauglich sind oder ob die Verantwortlichkeiten genügend geregelt sind. Wer diese Vorbereitungen verschlafe, werde möglicherweise ein «böses Erwachen» erleben, sagte Übungsleiter Toni Frisch.

An der SUV 14 nehmen politische Entscheidungsträger, die Krisen- und Koordinationsorgane des Bundes, die Kantone, drei Städte sowie die Armee teil. Involviert sind auch Grossverteiler und Infrastrukturbetreiber, da in einer Notlage Versorgung, Energie, Verkehr und Kommunikation eine entscheidende Rolle spielen. «Das Zusammenspiel dieser Akteure kann in der Krise nicht noch geübt werden, das muss funktionieren», sagte Käser.

Anders als früher bei Gesamtverteidigungsübungen wird die Bevölkerung nichts merken von der Sicherheitsverbundübung 2014: Weder fahren Panzer auf, noch gibt es Blaulicht oder heulende Sirenen. Stattdessen besteht die Übung aus Stabsarbeit, Diskussionen in Workshops, Arbeitsgruppen und Plenumsveranstaltungen.

Erste Ergebnisse werden am 21. November in Luzern präsentiert. Die Erkenntnisse aus der SVU 14 werden im Mai 2015 an der Jahreskonferenz des Sicherheitsverbunds Schweiz vorgestellt.

Spezifische Lage für Nidwalden wird berücksichtigt

Neben dem eingangs beschriebenen fiktiven Szenario, das schweizweit Gültig-keit besitzt, wird in den einzelnen Kantonen auch eine jeweils spezifische Lage berücksichtigt. Mittels dieser besonderen Lageschilderung, die von den Kantonen jeweils eigenständig erarbeitet wurde, kann den kantonalen Begebenheiten im Rahmen der Durchführung der SVU 14 Rechnung getragen werden. Die Übung wird im Zentrum für Bevölkerungsschutz in Oberdorf durchgeführt, wobei der Kantonale Führungsstab unter der Leitung von Hans Wyrsch als Stabschef und Urs Achermann als Stabscoach arbeitet.

sda/pd