Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SICHERHEIT: Lokführer-Chef erhebt schwere Vorwürfe

Die SBB wollen bis 2035 ein neues Zugkontrollsystem einführen. Dies erhöhe die Sicherheit nicht, sagt der Chef der Lokomotivführer.
Beim Zugunglück in Granges-près-Marnand zwischen Moudon und Payerne kam ein Lokomotivführer ums Leben. (Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi)

Beim Zugunglück in Granges-près-Marnand zwischen Moudon und Payerne kam ein Lokomotivführer ums Leben. (Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi)

Nach dem tragischen Zugunglück vom vergangenen Montag in der Waadt , dessen Ursache noch immer unklar ist, kommt harsche Kritik vom Lokführerverband an die Adresse der SBB. Für Hubert Giger, Präsident der Schweizer Lokführer, ist der jüngste Zwischenfall auch in Zusammenhang mit dem Stellenabbau in den vergangenen Jahren zu betrachten. «Das Problem ist, dass man die Lokführer allein gelassen hat», sagt er im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». Habe früher im Regionalverkehr das Vier-Augen-Prinzip gegolten, so seien die Lokführer heute auf den S-Bahn- und Regionalstrecken bei 70 Prozent aller Züge auf sich allein gestellt. Hubert Giger: «Früher haben Kondukteure oder Bahnhofvorstände den Befehl zur Abfahrt gegeben. Nun lastet die gesamte Verantwortung auf dem Lokführer», betont Giger.

Teuer und wenig tauglich

Schlecht schneidet in den Augen von Giger auch das neue Sicherheitssystem ab, das sogenannte European Train Control System, das die SBB einführen wollen. Bis im Jahr 2018 soll eine erste Version des Systems eingeführt werden. Bis 2035 soll dann die Vollversion zum Einsatz kommen. «Das System wird inklusive Folgekosten Milliarden verschlingen, die Sicherheit aber nicht merklich erhöhen. Zudem ist es zu komplex und taugt nicht für den Normalbetrieb», so das Fazit von Giger. Für ihn sind die Folgen klar: Die Lokführer werden verunsichert und daher langsamer fahren. «Darunter wird die Streckenkapazität leiden», sagt er voraus.

Mit seiner Kritik ist Giger nicht alleine. Auch bei weiteren Eisenbahnexperten fällt das neue europäische Sicherheitssystem durch. Viele technische Fragen seien bei der Vollversion des neues Systems noch ungeklärt, sagt Walter von Andrian, Chefredkator der «Schweizer Eisenbahn-Revue». Zudem würde das System in grossen Bahnhöfen nicht funktionieren. Auch die Folgekosten werden Fragen auf. Alle paar Jahre muss die Software ein Update erfahren, zum Teil muss dabei auch die Hardware ersetzt werden. Dies steht demnächst im Lötschberg-Basistunnel an.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.