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SICHERHEIT: Raketen sollen Drohnen an Flughäfen einfangen

Der Pilotenverband Aeropers fordert, die Flughäfen müssten mit Drohnenabwehrsystemen ausgerüstet werden. Das zuständige Bundesamt und die Flugsicherheitsbehörde Skyguide winken jedoch ab.
Maja Briner
Gefährlich: Drohnen rund um Flughäfen. (Bild: A3929/_JULIAN STRATENSCHULTE (DPA dpa))

Gefährlich: Drohnen rund um Flughäfen. (Bild: A3929/_JULIAN STRATENSCHULTE (DPA dpa))

Unter mehr als einem Weihnachtsbaum dürfte dieses Jahr eine Drohne gelegen haben. Die Fluggeräte sind beliebt – und das macht dem Pilotenverband Aeropers Sorgen. «Wenn Drohnen mit Flugzeugen kollidieren, kann es zu schweren Unfällen kommen», sagt Geschäftsführer Henning Hoffmann. Deshalb brauche es neue Regeln, wie sie Aeropers in seinem neuen Positionspapier verlange. Vor gravierenden Zwischenfällen blieb die Schweiz bislang zwar verschont. Gefährliche Vorfälle gab es jedoch: Im Mai verfehlte ein Airbus beim Anflug auf den Flughafen Zürich eine Drohne um nur zehn Meter.

Aeropers fordert nun unter anderem, die Flughäfen müssten aufrüsten: Sie sollen Abwehrmassnahmen ergreifen, um illegal einfliegende Drohnen orten, abwehren oder abfangen zu können. Im Positionspapier wird als Beispiel für solche Abwehrsysteme Skysec genannt, eine von vier jungen Ostschweizern gegründete Firma. Laut Hoffmann gibt es aber auch andere Anbieter von vergleichbaren Systemen.

Mit Netz und Fallschirm

Wie eine Drohnenabwehr am Flughafen funktionieren kann, zeigt eine Animation von Skysec: Ein Gerät, das aussieht wie eine kleine Rakete, fliegt auf die Drohne zu und fängt sie mit einem Netz ein. Danach spannt sich ein Fallschirm auf – und die Rakete segelt samt eingefangener Drohne langsam zu Boden. Das System hat laut Hersteller eine Reichweite von vier Kilometern.

Die Flugsicherheitsbehörde lehnt eine solche Aufrüstung aber ab. «Skyguide sieht zum heutigen Zeitpunkt keinen Anlass für die Installation eines solchen Systems», sagt Sprecher Vladi Barrosa. Auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) will einen anderen Weg gehen: Die Drohnen sollen für die Flugsicherung sichtbar werden. Skyguide arbeitet derzeit an einem System, um den Drohnenflugbetrieb im bodennahen Luftraum zu regeln. Dabei soll auch der Besitzer des Geräts im System ersichtlich sein – so dass fehlbare Piloten zur Rechenschaft gezogen werden können. Denn bereits heute dürfen Drohnen mit einem Gewicht von über einem halben Kilogramm in der Nähe von Flughäfen nicht fliegen. Doch jene ausfindig zu machen, die dagegen verstossen, ist schwierig.

Künftig könnten die Flughäfen zudem mit sogenanntem Geofencing abgeriegelt werden, heisst es beim Bazl. Dabei wird eine gewisse Zone technisch für Drohnen gesperrt. Aeropers ist jedoch skeptisch. «Geofencing ist an sich eine sehr gute Idee, es wird aber aktuell nicht sinnvoll angewendet», sagt Hoffmann. Die Verbotszonen seien oft noch nicht ausreichend programmiert: Geofencing funktioniere deshalb momentan nur innerhalb der Grenzen der Flughäfen, nicht aber im Bereich der An- und Abflugzonen. Gerade dort sei das Risiko einer Kollision mit einer Drohne aber besonders hoch.

Flugverbot auch für Mini-Drohnen?

Aeropers fordert weiter, dass auch leichte Drohnen in der Nähe von Flughäfen nur mit Bewilligung fliegen dürfen. Bazl-Sprecher Urs Holderegger warnt jedoch vor einer Bürokratisierung. Das Bazl ist bereits heute überlastet – es erteilt derzeit gar keine Bewilligungen mehr. Der Bund sieht auch aus einem anderen Grund von einer Regulierung ab: Die EU arbeitet derzeit an einer Drohnengesetzgebung, welche die Schweiz übernehmen soll.

Maja Briner

Henning Hoffmann, Pilotenverband Aeropers: «Wenn Drohnen mit Flugzeugen kollidieren, kann es zu schweren Unfällen kommen.» (Bild: PD)

Henning Hoffmann, Pilotenverband Aeropers: «Wenn Drohnen mit Flugzeugen kollidieren, kann es zu schweren Unfällen kommen.» (Bild: PD)

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