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Sicherheitsüberprüfung der Churer Maiensässfahrt nach Todesfall

In Chur soll die langjährige Tradition der Maiensässfahrten trotz dem Tod eines Schülers beibehalten und fortgeführt werden. Allerdings wird der Anlass, an dem fast 3000 Kinder der Stadtschule und der Kindergärten teilnehmen, einer externen Sicherheitsüberprüfung unterzogen.
Der Junge verunglückte im Mai auf einem Maiensässausflug. (Symbolbild: Alessandro della Valle/Keystone)

Der Junge verunglückte im Mai auf einem Maiensässausflug. (Symbolbild: Alessandro della Valle/Keystone)

(sda/ham/cas) Die Bestürzung war gross, als bekannt wurde, dass am letzten traditionellen Maiensässausflug der Churer Stadtschule am 23. Mai ein 14-jähriger Schüler tödlich verunfallt war. An einem Trauermarsch für den Verunglückten nahmen 3500 Personen teil. Es war der erste Todesfall eines Schülers in der Geschichte der Maiesässfahrten überhaupt.

Trotz des tragischen Ereignisses will die Stadtregierung an der 165 Jahre alten Tradition der Maiensässfahrten festhalten, wie Stadtpräsident Urs Marti am Freitag vor den Medien erklärte. Auch die Maiensässfahrt 2020 soll somit stattfinden.

Sicherheitscheck soll allfällige Risiken aufdecken

Allerdings soll der Schülerausflug vorher einer umfassenden externen Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. Von nicht weniger als fünf Spezialfirmen sollen Offerten eingeholt werden. Marti sagte, fünf Offerten seien es, weil die Regierung die Konzepte der Überprüfung vergleichen wolle.

Erwartet wird vom Sicherheitscheck, dass allenfalls bestehende Risiken entdeckt und Empfehlungen für die zukünftige Durchführung der Maiensässfahrten abgegeben werden.

Der Stadtrat behalte sich je nach Ausgang der Sicherheitsüberprüfung vor, in Zusammenarbeit mit weiteren internen und externen Stellen auch «weitreichende Entscheide betreffend der Maiensässfahrt zu fällen», heisst es in der abgegebenen Medienmitteilung.

Kommunikationsfehler

Der Stadtrat musste an der Medienkonferenz auch einen Kommunikationsfehler einräumen, wie das Onlineportal «FM1Today» schreibt. An der Medienkonferenz am 24. Mai, dem Tag nach dem tödlichen Unglück, sagte Patrik Degiacomi man habe die Eltern bis am Abend nicht erreichen können. Das stimmt nicht. «Sinngemäss wurde mir an jenem Abend mehrmals gesagt, dass die Eltern noch nicht informiert werden konnten. Ich ging fälschlicherweise davon aus, dass das versucht wurde. Es schien mir das einzig Logische», sagt Degiacomi.

Fakt ist: Die Polizei hatte bis am Abend gar nicht versucht, die Eltern zu erreichen. «Aufgrund eines Beschlusses der Staatsanwaltschaft», heisst es bei der Stadt. «Weshalb die Eltern nicht früher gesucht wurden, muss die Kantonspolizei, respektive die Staatsanwaltschaft beantworten», sagt Patrik Degiacomi.

Die Eltern wurden erst informiert, nachdem sie am Abend, auf der Suche nach ihrem Buben, bei der Schule angerufen hatten und anschliessend von der Polizei in die Schule gebeten wurden.

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