SIHLBRUGG: Gesprächsaufzeichnung soll Dampfzugunfall erhellen

Nach dem Unfall eines Dampftriebzuges in Sihlbrugg konzentrieren sich die Untersuchungen auf den falsch abgestellten Schotterwagen. Helfen sollen dabei Aufzeichnungen der Telefonate und des Funkverkehrs zwischen den Rangierteams und dem Fahrdientsleiter.

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Blick auf den beschädigten Nostalgiezug in Sihlbrugg. (Bild: Ennio Leanza (22.02.2016, Sihlbrugg))

Blick auf den beschädigten Nostalgiezug in Sihlbrugg. (Bild: Ennio Leanza (22.02.2016, Sihlbrugg))

Der Baustellenzug bestand aus insgesamt vier zusammengekuppelten und abgestellten Wagen. Diese wurden im Zusammenhang mit den Bauarbeiten im Albistunnel am Freitag in einem Stumpengleis am Bahnhof Sihlbrugg durch eine private Baufirma rangiert und abgestellt.

Es werde nun im Detail abgeklärt, weshalb die Wagen am späten Samstagabend in den Fahrweg des korrekt ausfahrenden Dampftriebzuges ragten, heisst es in der Mitteilung weiter.

Hilfreich sei dabei die sogenannte betriebliche Gesprächsaufzeichnung. Seit August 2014 werden damit nicht nur Telefonate, sondern auch der komplette Funkverkehr zwischen Rangierteams und dem Fahrdienstleiter lückenlos aufgezeichnet.

Gemäss SBB werden zudem die Daten des elektronischen Stellwerks ausgewertet, um in den kommenden Tagen den genauen Unfallhergang rekonstruieren zu können. Zur Klärung der Ursache wurde die unabhängige Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUST) aufgeboten. Sie leitet die externe Untersuchung des Bahnunfalls.

Am Samstagabend kollidierte kurz nach 23 Uhr nach einem Zwischenstopp ein Dampftriebwagen eines privaten Vereins auf der Rückreise von Arth-Goldau in Richtung Zürich am Bahnhof Sihlbrugg mit einem abgestellten Schotterwagen. Insgesamt 16 Passagiere des Dampfzuges wurden dabei verletzt, 40 kamen mit dem Schrecken davon. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 500'000 Franken.

sda